10 Dinge, die bei einem Musicalbesuch richtig nerven können

Ich habe vor ein paar Wochen ja einen Blogbeitrag mit 10 Dingen veröffentlicht, die einen Musicalbesuch noch schöner machen können. Auf die meisten dieser 10 Dinge können wir ganz bewusst Einfluss nehmen. Doch es gibt auch immer mal wieder Dinge, die super nerven können. Es sind eigentlich nie alle 10 Dinge auf einmal (Gott sei Dank!), aber das Schlimme ist, dass wir auf sie so gut wie keinen Einfluss haben. Ich denke jeder regelmäßige Theaterbesucher kennt einige dieser Dinge oder kann die Liste sogar noch ergänzen?

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1 – Zuspätkommer

Ja ich weiß, niemand kommt freiwillig zu spät, aber es ist schon sehr nervig, wenn sich noch Besucher durch die Reihen quetschen, nachdem das Stück angefangen hat. Hier sehe ich aber auch das Saalpersonal in der Pflicht. Es ist super schade für pünktliche Besucher, wenn inmitten eines Liedes plötzlich irgendwo Unruhe entsteht, weil Zuspätkommer ihre Plätze suchen und ganze Reihen dafür aufscheuchen. Man sollte meinen, dass das Personal die Show kennt und weiß, an welchen Stellen es kleine Pausen oder langen Applaus gibt und so es nicht ganz so störend ist, wenn weitere Gäste ihre Plätze einnehmen.

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2 – Hatschi…schnief schnief, räusper…hust hust

Musicalbesuche in der Erkältungszeit können manchmal ganz schön nervig enden. Es wird gehustet, geschnieft, Nase geputzt und je näher die Bazillenschleuder sitzt, umso lauter ist es. Klar, es ist nachvollziehbar, dass man Tickets wegen einer blöden Erkältung nicht verfallen lassen möchte, aber wenn man sich dazu entschließt dennoch ins Theater zu gehen, sollte man ein paar Dinge beachten. Das Husten, Niesen und Schniefen stört alle anderen Besucher, die ebenfalls viel Geld für ihre Tickets ausgegeben haben. Zudem kann es natürlich sein, dass man seine Sitznachbarn oder andere Besucher ansteckt. Ist die Erkältung aber vielleicht gar nicht so schlimm, kann man sich mit ein paar Dingen eindecken: eine kleine Wasserflasche gegen einen trockenen, kratzigen Hals, ein paar (bereits ausgepackte in einer Dose verstauten) Bonbons, Taschentücher griffbereit haben und es gibt auch Tabletten gegen den Hustenreiz.

3 – Hibbelige Beine und Füsse

Ja Musicalbesuche sind aufregend und oftmals lädt die Musik dazu ein mit zu wippen. Aber sofern es sich nicht um die Rocky Horror Show oder das Abschlussmedley handelt, bitte ich doch um etwas Zurückhaltung. Denn es gibt nichts Nervigeres als einen Nachbarn der dauerhaft mit seinem Bein zuckt und dadurch die ganze Stuhlreihe zum Vibrieren bringt oder jemanden der im oder auch gerne mal neben dem Takt mit dem Fuß gegen den Stuhl tippt.

4 – Raschel raschel

Und plötzlich taucht der Sitznachbar ab…man hört nur noch Geraschel oder Geknister…Und man fragt sich: Was braucht er denn? Taschentuch? Bonbon? Kaugummi? Und nach dem Geraschel kommt dann das Knistern, weil es das Bonbon geworden ist. Aber nicht ein kurzes lautes Knistern, nee…es zieht sich über gefühlt 10 Minuten, weil das Bonbon Millimeter für Millimeter ausgepackt wird, um auch ja leise zu sein…Klappt nicht. Klappt nie! Niemand braucht während der Show so dringend ein Bonbon (außer Ausnahmen aus Aspekt Nr. 2). Entweder man steckt es sich vor der Show in den Mund oder wartet bis zur Pause oder bis zum Ende.

5 – Augen auf und Nase zu

Im Theater kann es schon mal kuschelig werden. Eigentlich interessant, dass es im Theater noch keine Pärchensessel wie im Kino gibt. Rückt man seinem Liebsten gerne mal etwas näher, ist man doch um den Abstand zu fremden Menschen in der Regel sehr froh. Nichtsdestotrotz ist man sich im Theater oft recht nahe. Und ob man seinen Sitznachbar gut riechen kann oder nicht stellt sich oftmals in den ersten Sekunden heraus. Nichts ist da unangenehmer als neben jemandem zu sitzen, der stark nach Schweiß riecht, denn dann fühlt man sich wie an einem super heißen Tag in der Straßenbahn. Auch nicht schön ist, wenn der Sitznachbar es mit dem Parfum übertrieben hat. Oftmals ist hier weniger mehr. Und dann gibt es noch die Raucher…schön noch vor der Show oder in der Pause ein Zigarettchen gegönnt und dann frisch eingeräuchert wieder ins Theater…

6 – Quasselstrippen

Auch ich bin ein Mensch, der gerne und viel redet. Aber es gibt einfach Momente, in denen stillschweigen angesagt ist: zum Beispiel im Musical. Warum für manch einen Besucher ein Musicaltheater der richtige Ort für ein intensives Schwätzchen zu sein scheint, ist mir ein Rätsel. Manche Besucher können gar nicht mehr aufhören zu sprechen und dann gerne auch während dieser Lieder, denen man sich einfach ungestört (!) hingeben möchte. Warum?

7 – Handy

Man ist ganz vertieft in die Geschehnisse die auf der Bühne. Aber irgendwas irritiert einen im Augenwinkel. Man ignoriert es eine Zeit lang. Aber irgendwie ist es immer mal wieder da. Was ist das? Man wendet den Blick von der Bühne ab, schaut zur Seite und wird geblendet. Ein Handy leuchtet im Schoss des Sitznachbarn munter vor sich hin. Immer wieder aktiviert von den tippenden Händen seines Besitzers. In solchen Momenten schießen mir zwei Gedanken durch den Kopf: 1. Ich finde es super respektlos den Darstellern gegenübern und 2. die Karten sind so teuer, warum können die Leute, die Show nicht einfach genießen und sich aus ihrem Alltag mal für ein paar wenige Stunden entführen lassen?

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8 – Kinder

Wenn man die Überschrift zu diesem Punkt liest, klingt es vielleicht erstmal etwas hart. Aber Kinder sind ein ganz schwieriges Thema. Musicals haben (i.d.R.) keine Altersbegrenzung und damit steht es im Ermessen der Eltern, wann sie ihre Kinder für theaterfähig halten. Man kann nicht pauschal sagen, ab dem Alter x dürfen Kinder mit ins Musical. Es hängt von den Kindern ab wie sehr sie sich schon konzentrieren, längere Zeit mal still sitzen bleiben und einer Geschichte folgen können. Und da spielt natürlich auch das Musical selber mit rein. Starlight Express bietet sich mehr als Einstiegsmusical an als das Phanton der Oper. Aber wenn man ein Kind neben sich sitzen hat, was offensichtlich für dieses eine Musical noch nicht bereit ist, kann das ganz schön nervig werden. Rumgehibbel, Getuschel und vielleicht sogar ein Toilettenbesuch während der Show können dann den Musicalbesuch der Sitznachbarn schmälern.

9 – Ventilator

Der ein oder andere mag diesen Punkt gelesen haben und sich fragen, ob das mein Ernst ist. Ja – ist es, ich habe es erlebt. Gut, zur Verteidigung der zwei Damen möchte ich sagen, dass es ein super heißer Tag und das Theater sehr stickig war und auch ich hätte mir etwas bewegte Luft um mein Gesicht herum gewünscht. Aber dennoch fand ich es doch ein bisschen zu viel des Guten mit einem Handventialtor im Theater zu sitzen…der hat nämlich gesurrt…ihr kennt dieses Geräusch sicher. Einfach super nervig! Ein Handfächer hätte es sicher auch getan….

10 – Auf die Plätze, fertig, los!

Die Show ist zu Ende! Tosender Applaus! Der Vorhang geht noch mal auf und die Darsteller nehmen einzeln ihren Applaus entgegen. Auch das Orchester kommt noch auf die Bühne und holt sich den verdienten Applaus ab. Ja, das kann einem schon mal recht lange vorkommen. Aber ich finde es im höchsten Maße respektlos, wenn bereits während des Schlussapplauses Besucher fluchtartig den Theatersaal verlassen. Dort haben gerade Menschen, live, 3 Stunden lang alles gegeben und es ist nicht zu viel verlangt ihnen den Respekt zu zollen, den diese Leistung verdient hat. Meiner Meinung nach müsste man eigentlich bleiben bis auch das Orchester komplett verstummt ist…aber auch ich erwische mich dabei beschwingt von noch hörbarer Musik den Saal zu verlassen…

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Habt Ihr diese Dinge auch schon erlebt? Oder selber ein paar „Horror-Stories“ auf Lager? Was sind die Dinge, die Euch einen Musicalbesuch ganz schön vermiesen können?

3 Gedanken zu “10 Dinge, die bei einem Musicalbesuch richtig nerven können

  1. Nina schreibt:

    Ich sehe das in den meisten Punkten genauso. Aber beim „Zuspätkommen“ muss ich ein bisschen wiedersprechen. Meistens ist es nämlich so, dass das Personal bestimmte Szenen vorgegeben bekommt, in denen sie die Zuspätkommer in den Saal bringen dürfen. Deshalb ist da auch der Handlungsspielraum sehr begrenzt. Auch wenn das natürlich störend ist, gerade wenn viele Menschen zu spät kommen.

  2. Birgit schreibt:

    Zum Punkt Kinder kann ich auch was erzähle. Ich war letzte Woche im Musical Flashdance, habe mir die teuerste Karte gekauft und dann war da so ein behindertes Mädchen. Ich habe nichts gegen Behinderte, aber sie hat ständig reingerufen und das war schon sehr störend. Da kann ich die Eltern nicht verstehen, wenn sie so ein Kind haben, das diese Angewohnheit hat, finde ich es etwas rücksichtlos anderen Besuchern gegeenüber, weil man kann das Stück nicht geniessen.
    In anderen Ländern darf man auch noch essen mitreinnehmen, das ist ein Geknister. Oder knarrende Stühle…

  3. Beate schreibt:

    Wir hatten mal in einem Musical eine Dame vor uns sitzen die uns mit ihrem Parfüm den Atem geraubt hat. Dieser schwere Duft war kaum zu ertragen. Meine Tochter und ich haben die ganze Vorstellung lang mehr oder weniger die Nase versucht zuzuhalten. Unseren Sitznachbarn ging es nicht anders.Es hat den Musicalbesuch schon sehr beeinträchtigt.

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