3 Musicals, 2 Nächte – Mein Musicalwochenende in Hamburg

43 Stunden in Hamburg, 2 Übernachtungen und 3 Shows plus gute 4 Stunden Fahrtzeit hin und zurück. Was für ein Wochenende – was für ein Marathon. So viele Eindrücke in so kurzer Zeit. Das muss man erstmal verarbeiten und sacken lassen. Und nun rückblickend stelle ich mir die Frage: Würde ich so eine intensive Musicalreise noch mal machen? Hat sich der Aufwand gelohnt? Konnte ich die einzelnen Stücke so genießen wie an einem Wochenende, an dem ich nur ein Stück sehe? Und die wichtigste Frage: Warum war uns keine ganze Stunde ohne Regen gegönnt?

DSC09191

Neue Musicals für Hamburg – man hat das Gefühl, dass dies das Jahres-Motto der Stage war. Im März startete TINA, im April Paramour und im September feierte Pretty Woman Premiere in der Hansestadt. Da die jüngsten Hiobsbotschaften klar machen, dass man diese (und andere) Stücke in NRW nicht zu sehen bekommen wird, gab es nur eine Möglichkeit: eine Reise nach Hamburg. Wenn man im Kopf anfängt so eine Reise zu planen beginnt man abzuwägen: Lohnt sich das? Wie teuer wird wohl der Spaß? Wann könnte ich mir überhaupt dafür freinehmen? All diese Fragen wurden von mir noch recht objektiv beantwortet und es endete immer damit, dass die Reise aufgeschoben und nicht geplant wurde. Bis die Besetzung für Pretty Woman bekanntgegeben wurde und das Fangirl in mir das mit den rationalen Entscheidungen vom Tisch fegte und schlussendlich nur noch die Frage im Raum stand: Wann?

Bei der Planung des Musical-Wochenendes drehte sich daher alles um Pretty Woman und die voraussichtlichen Spieltage von Patricia Meeden und Mark Seibert. Wenn man schon fangirlmäßig unterwegs ist, dann auch richtig! So wurden Websiten, Facebook- und Instagram-Accounts durchgestöbert und schlussendlich ein Termin gefunden, an dem eine recht hohe Wahrscheinlichkeit vorlag die zwei Musicalstars auf der Bühne erleben zu dürfen. Daraus ergab sich für unser Musicalwochenende folgendes Programm:

  • Anreise Freitagmittag
  • Pretty Woman, Freitagabend
  • Paramour Samstagmittag
  • TINA Samstagabend
  • Abreise Sonntagmorgen

Am Freitag starten wir bereits recht früh nach Hamburg und hatten auch viel Glück mit dem Verkehr, sodass wir schon mittags in Hamburg ankamen.d9e50d77-a268-4ee5-9396-38cf3389f40c Und natürlich regnete es…. Nach ein bisschen Shopping und Weihnachtsmarkt, ging es dann zum Theater an der Elbe zu Pretty Woman. Und mein Plan ging auf! Tatsächlich hatten wir unsere Wunschbesetzung und einen unterhaltsamen Musicalabend.

Samstagmorgen standen wir dann vor der Herausforderung den Tag zu planen. Paramour sollte um 15:30Uhr beginnen. TINA um 19:30Uhr. Der Weg von der Neuen Flora zum Stage Operettenhaus beträgt etwa 30 Minuten. Wir drehten es hin und her und stellten fest: Das ist verdammt wenig Zeit zwischen den Shows. Essen gehen wird da nicht möglich sein. Also planten wir ein spätes Mittagessen vor Paramour ein und hofften auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Operettenhaus noch etwas ergattern zu können. Wie es sich für einen verrückten Musicalfan gehört, hatte ich immer mal wieder diverse Instagram-Accounts gecheckt, um herauszufinden wer wohl bei den anstehenden Musicals auf der Bühne stehen würde. Meine Recherche ergab immerhin, dass wir bei TINA Nyassa Alberta als Tina und Gino Emnes als Ike Turner sehen würden. Die Besetzung von Paramour ließ sich nicht erstalken.

Auf ging es dann zur ersten Show Paramour. Eine Show von Stage Entertainment und Cirque du Soleil, die die Genres Musical und Artistik verbinden soll.IMG_0795 Die detaillierte Rezension zur Show findet Ihr hier. Kurz zusammengefasst passiert in dieser Show wahnsinnig viel und ich hatte fast durchgehend Reizüberflutung. Sehr viele Eindrücke, die ich eigentlich erstmal hätte sacken lassen müssen. Aber dann war der letzte Ton gesungen und der letzte Salto geschlagen. Rasch die Jacken abgeholt und los ging es zu TINA.

Gott sei Dank hatten wir Glück und erwischten eine kleine Regenpause (von 30 Minuten).IMG_0804 Das ermöglichte uns den Weg zum nächsten Theater zu Fuß zurückzulegen und uns so ein bisschen die Beine zu vertreten. Auf dem St.Pauli-Weihnachtmarkt ergattern wir zwei nahrhafte Waffeln als Abendessen und wie sollte es anders sein – dabei setzte der Regen wieder ein.

Schnell gingen wir also in Stage Operettenhaus. Zum dritten Mal Jacken abgegeben. Zum dritten Mal Getränke für die Pause bestellen. Zum dritten Mal akklimatisieren. Dann schauten meine Mutter und ich uns an: Wir hatten noch gar nicht auf die Besetzungsliste geschaut. Sollten das etwa erste Ermüdungserscheinungen sein?

Pünktlich um 19.30Uhr begann dann TINA – die dritte Show für uns an diesem Wochenende. Eine intensive Show, die eine ergreifende Biographie erzählt, gleichzeitig aber auch sehr viel Power hat und einen insbesondere zum Schluss mitreißt – ob man will oder nicht. Die detaillierte Rezension findet ihr hier.

Um 23Uhr waren wir dann wieder im Hotel. Am nächsten Morgen ging es relativ zeitig wieder zurück nach Hause und den restlichen Sonntag habe ich nichts mehr gemacht. Ab aufs Sofa und das Wochenende Revue passieren lassen.

Mein ganz persönliche Erkenntnis ist, dass ich kein Typ für Doppelshow-Tage bin. Mir war es tatsächlich zu viel. Für mich gehört mehr zu einem Musicalbesuch als ins Theater zu fahren und dort 3 schöne Stunden zu verbringen. Für mich gehört die Vorfreude dazu. Dieses besondere Event mit einem Essen gehen vorher oder einem Absacker danach zu kombinieren. Mich an diesem Tag voll und ganz auf dieses eine Stück einlassen  und es auch danach seine Wirkung auf mich entfalten lassen zu können. Ich hatte nicht das Gefühl, dass meine Konzentration bei TINA nachgelassen hat oder ich weniger offen für neue Eindrücke war. Es war eher eine schleichende Erschöpfung aufgrund des langen Tages. Weitere Musicalreisen werde ich auf jeden Fall mit der Erfahrung im Hinterkopf planen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *