Anastasia im Palladium Theater Stuttgart

Als klar war, dass Anastasia nach Stuttgart kommen würde, ging eine Welle der Euphorie durch die diversen Musicalgruppen auf Facebook und Co. Sehr viele waren begeistert und freuten sich sehr auf dieses neue Musical. Ich war mal wieder nicht ganz so up to date und musste mir erstmal den Film anschauen. Beim Schauen des Films dachte ich mir – Ja, da kann man wirklich ein schönes Musical draus machen. Durch meinen Japan-Aufenthalt verpasste ich die Premiere von Anastasia im Herbst des vergangenen Jahres, hatte mir aber fest vorgenommen mir dieses Musical noch anzuschauen! Da das Stück nun schon eine Zeit lang lief, konnte ich mir schon einige Meinungen zu diesem Musical anhören. Berichtet wurde mir mal wieder die ganze Bandbreite:  von völliger Euphorie bis zum Sekundenschlaf war alles dabei. Also hieß es mal wieder: Selber eine Meinung bilden! Und dafür war ich am Dienstag dann im Palladium Theater in Stuttgart.

Johan Persson

Johan Persson

Kaum im Theater angekommen, ging ich natürlich schnurstracks Richtung Merchandise-Stand um mir die Cast-Liste anzuschauen. Und ich konnte meinen Augen kaum glauben: Bis auf die Zarenmutter hatten wir den gesamten First Cast und das an einem Dienstagabend. Ich habe mich sehr gefreut Judith Caspari „kennenlernen“ zu dürfen und Milan in einer anderen Rolle als Herbert (TdV) sehen zu können. Also wurden schnell die Plätze eingenommen und ich tauchte in den Mythos rund um die Zarentochter Anastasia ab.

Mein persönliches Fazit dieses Musicalabends ist, dass es ein sehr schönes Musical ist. Es war alles schön: Schöne Kostüme, schöne Darsteller, schönes Bühnenbild, schöne Musik, schöne Geschichte,…. Es eckte nichts an, die Geschichte plätscherte so daher. Es gab nichts woran man sich hätte stören können. Dieses Musical ist zum Zurücklehnen und Genießen.

Johan Persson

Johan Persson

Aufgrund der wirklich tollen Darsteller konnte ich auch ganz hervorragend genießen. Judith Caspari als Anja hat mich wirklich begeistert. Sie spielte die Rolle der Anja sehr zauberhaft. Ihr Spiel zwischen selbstbewusst & frech und verunsichert & verloren, war glaubwürdig und nachvollziehbar. Auch die charakterliche Entwicklung, die ihre Rolle während des Stücks durchgemacht hat. On Top hat sie noch eine sehr beeindruckende Stimme. Milan van Waardenburg als Dimitri hatte mit dieser Hauptrolle die Chance seine facettenreiche und starke Stimme zu präsentieren. Das Zusammenspiel mit Judith als Anja hat einfach Spaß gemacht zu beobachten. Thorsten Tinney als Wlad begab sich mit Anja und Dimitri auf die Reise nach Paris. Er spielte die Rolle sehr sympathisch und mit der notwendigen Selbstironie und Komik. Als Zarenmutter sah ich Susanna Panzner, die die Rolle der Großmutter authentisch verkörperte. Gleb wurde an diesem Abend von Mathias Edenborn verkörpert. Den Charakter Gleb, den es im Film nicht gibt und der vermutlich Rasputin ersetzen soll, habe ich irgendwie nicht ganz verstanden. Er sollte der böse Gegenpart sein, war aber gleichzeitig tief im Inneren ein guter Mensch. Für mich hat diese Rolle nichts zum Stück beigetragen und hätte meiner Meinung nach auch raus gelassen werden können. Hier stellt sich natürlich die Frage: Liegt es an mir? Liegt es daran, dass die Rolle unklar angelegt ist? Oder hat Mathias Edenborn die Rolle nicht gut rüber gebracht? Diese Frage kann ich nach (nur) einem Besuch des Musicals leider nicht beantworten…

Johan Persson

Johan Persson

Auch wenn ich die Geschichte des Musicals nicht ganz rund fand – nicht nur wegen Gleb, sondern auch weil mich das Ende etwas verwirrt hat – bin ich doch sehr froh es mir angeschaut zu haben. Denn wie schon erwähnt, es war einfach schön. Das Bühnenbild ist toll anzusehen, die Geschichte ist sehr zauberhaft und die Darsteller haben den Abend perfekt abgerundet.

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