Artus Excalibur in Tecklenburg

Hach was habe ich mich gefreut als bekannt gegeben worden war, dass Artus nach Tecklenburg kommt. Und als ich die Besetzungsliste gelesen habe, hatte ich keinen Zweifel daran, dass die Inszenierung in Tecklenburg der in St. Gallen das Wasser reichen können wird. Nach der Premiere hat man bereits eine positive Kritik nach der anderen lesen konnen und ich war gespannt! Was wurde wie umgestellt? Wie wird dieses Stück in Tecklenburg wirken? Werden mich die Darsteller so überzeugen wie ich erwarte?

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Und ja: Es war toll! Für mich nicht perfekt, aber wirklich wirklich toll! Die Solisten waren durch die Bank weg top. Das Ensemble einfach nur riesig, präsent und stark. Die Musik und die Atmosphäre des Stücks wurden durch die Bühne in Tecklenburg nochmals unterstützt. Die Arrangements der Stücke waren stimmig. Die Veränderungen, die an der Song-Reihenfolge vorgenommen wurden, kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber auch mit der neuen Ordnung der Lieder ist es ein rundes, tolles und absolut sehenswertes Stück.

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Amin Kahl als Artus war eine Top-Besetzung. Er spielt mit absoluter Sicherheit. Gewinnt die Sympathien und das Mitgefühl des Publikums und kämpft sich tapfer durch die Schwierigkeiten und Hürden, die ihm durch Excalibur aufgebürdet werden.

 

Seine große Liebe Guinevere wird von Milica Jovanovic verkörpert. Sie spielte mit so einer Spielfreude, Jugendlichkeit und Leichtigkeit, dass sie nicht nur Artus Herz gewinnen konnte, sondern auch die Herzen des Publikums. Leider hat sie mich gesanglich nicht zu 100% überzeugt. Insbesondere in den Höhen fehlte ihr die Leichtigkeit.

Bei dem ersten Duett der beiden Ein wahrer Held hatte ich das Gefühl, dass es der Dirigent ein bisschen eilig hat. Es war deutlich schneller als im Original und ich konnte gar nicht so gut dahinschmachten….

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Neugierig war ich auf 20160614-DSC06929_7466_5766385eaccKevin Tarte als Merlin. Mein Gott ist dieser Mann gut!! Drei Schritte gemacht und zwei Töne gesungen und ich war verzaubert. Er zeigte wie facettenreich Merlin ist: mystisch, zwiespältig, böse und doch gut zugleich. Er zog einen zu jeder Zeit mit seiner Bühnenpräsenz und seiner grandiosen Stimme in den Bann.

 

Besonders gespannt war ich auf Roberta Valentini als Morgana.  Ich mag sowohl sie als auch Sabrina sehr gerne und war gespannt wie sie diese Rolle verkörpern wird. Und sie hat mich nicht enttäuscht! Sie spielte die verschiedenen Seiten der Morgana sehr überzeugend. Fast weinend, zerbrechlich wirkend als sie von ihrer Kindheit erzählte. Stark, böse und machtbesessen als sie versuchte die Männer gegeneinander auszuspielen, um ihren Willen durchzusetzen.

Eines meiner absoluten Highlights war das Duett Begehren. Was mich ein bisschen iritiiert hat, waren die 2 Tänzerpaare, die währenddessen auf der Bühne getanzt haben. Ich habe es als sehr ablenkend empfunden und darin auch keinen Mehrwert für die Szene gesehen.

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Dominik Hees als Lancelot sammelte mit seiner tapferen, loyalen und sympathischen Art viele Sympathien im Publikum. Ein jeder konnte verstehen, warum Guinevere sich kurze Zeit im zuwand. Stimmlich schien er an dem Abend jedoch ein paar Probleme zu haben.

 

 

Christian Schöne spielte in diesem Stück Loth von Orkney. Am Abend zuvor war er noch der aufgedrehte DJ und dann der abgrundtief böse Gegenspieler von Artus. Er ist unfassbar wandelbar und gibt in jeder Rolle alles. Er hat mit voller Inbrunst gespielt und am Schluss den Applaus des Publikum förmlich aufgesaugt. Dieser Mann liebt seinen Beruf.

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Artus Excalibur in Tecklenburg ist ein wirklich sehenswertes Stück. Mir hat es wirklich sehr sehr gut gefallen, auch wenn es für mich nicht ganz an St. Gallen herangekommen ist.

Ach, an dieser Stelle möchte ich noch das Orchester erwähnen. Es kam ein ordentlicher WUMS aus dem Orchestergraben und am Ende wusste ich auch wieso. Als die Musiker für ihren verdienten Applaus auf die Bühne kamen, hörte es gar nicht mehr auf…es kam noch einer und noch einer und noch einer! Das Orchester war groß(artig)! 😉

 

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