Bat Out Of Hell im Metronom Theater in Oberhausen

Im Dezember letzten Jahres habe ich Bat Out Of Hell zum ersten Mal gesehen und war ein bisschen unschlüssig darüber, was ich von diesem neuen Musical halten soll. Ich war mir recht schnell darüber im Klaren, dass es wohl nicht mein neues Lieblingsmusical werden würde. Gleichzeitig war es aber auch erfrischend anders. Ganz anders als Musicals, die ich vorher gesehen hatte. Ich konnte sowohl die Leute verstehen, die mit einem riesigen Fragezeichen aus dem Theatersaal gingen, aber auch die, die wirklich begeistert waren. Leider hat sich über die vergangenen Monate herausgestellt, dass dieses Musical von der breiten Masse nicht so richtig angenommen wird, was zur Folge hat, dass bereits in wenigen Wochen schon die Derniere ist.

BAT OUT OF HELL

 

Kein ganzes Jahr war dieses neue Musical in Oberhausen zu sehen. Schnell kann man hier den Schluss ziehen, dass das Experiment „Bat Out Of Hell“ gescheitert ist. Es ein Flop ist. Doch das, was ich am Samstagabend im Metronom Theater erlebt habe, war kein Flop und war auch definitiv kein gescheitertes Experiment – zumindest nicht von künstlerischer Seite.

Bat Out Of Hell ist irgendwie anders als andere Musicals. Neumodisch würde man sagen es sei „edgy“. Es ist rockig, es ist schräg, es ist poetisch und definitiv ein bisschen verrückt. Die Handlung sprunghaft, dynamisch und dennoch mitreißend. Am Samstagabend habe ich mir mal ganz bewusst die Choreographien angeschaut und war von diesen wirklich begeistert. Dieses Musical hat wahnsinnig viele Ebenen, die es interessant machen, aber gleichzeitig auch dafür sorgen, dass der Zuschauer (zu?) viele Eindrücke zu verarbeiten hat.

Sloane BAT OUT OF HELL

Der Cast in Oberhausen ist, obwohl schon der ein oder andere das Metronom Theater für ein neues Engagement verlassen hat, immer noch erstklassig. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich Franziska Schuster als Sloane erleben durfte. Sie war so herrlich schräg und verrückt, gleichzeitig aber auch eine mitfühlende Mutter. Sie brachte die verschiedenen Facetten der Rolle absolut nachvollziehbar auf die Bühne und überzeugte auch mit ihrer wahnsinnig kraftvollen Stimme. Gemeinsam mit Alex Melcher als Falco wirklich eine klasse Duo. Sarah Kornfeld hatte ich bei meinem ersten Besuch nicht als Raven und habe mich sehr gefreut auch sie noch einmal auf der Bühne erleben zu dürfen. Mich hat vor allem ihr Spiel beeindruckt. Sie ist unglaublich ausdrucksstark und man spürte, dass sie diese Rolle mit viel Herzblut spielt. Die sehr starke Besetzung der Hauptrollen mit Robin Reitsma, Sarah Kornfeld, Alex Melcher und Franziska Schuster, machte es den weiteren Solisten etwas schwer zu glänzen.

Schade war, dass man einzelne Darsteller eigentlich gar nicht verstehen konnte. Auch in den Ensemble-Nummern fiel es mir sehr schwer den Text zu verstehen bzw. war es teilweise wirklich unmöglich. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Verständlichkeit seit meinem Besuch im Dezember eher abgenommen hat. Sowas ist einfach sehr schade und unnötig.

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Was mich ganz besonders beeindruckt hat an diesem Musicalabend war die Stimmung im Theatersaal. Der Musical-Fanclub war dort und hatte eine kleine Aktion im Finale geplant. Gleichzeitig war dadurch eine sehr mitreißende und liebevolle Stimmung im Publikum. Ein weiterer Aspekt, der unterstreicht, dass BOOH kein gescheitertes Projekt ist.

Warum genau dieses Musical nicht so gut lief, wie es sich Stage Entertainment vorher vermutlich erhofft hat, darüber kann man nur spekulieren und mutmaßen. Vermutlich hat jeder seine ganz eigene Erklärung. Nun kommt im Oktober nach dem Experiment „BOOH“ mit Tanz der Vampire ein Musical, das immer und überall funktioniert. Offen ist noch die Frage, welches Musical nach den Vampiren nach Oberhausen kommen wird. Ich bin sehr gespannt wie die Entscheidung hier ausfallen wird – Gerüchte gibt es ja zur Genüge!

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