Bodyguard im Musical Dome Köln

Was iswp-1457256162888.jpegt eigentlich ein Musical? Und wo liegen die Grenzen zwischen Theater und Musical? Diese Frage habe ich mir mal wieder gestellt, als ich am Mittwoch bei Bodyguard in die Pause gegangen bin.

Ist ein Stück, in dem die Hauptdarstellerin am Ende einer jeden Szene ein Lied singt, schon ein Musical? Ist ein Theater-Stück mit Musik und Gesang ein Musical? Für mich definitiv nicht. Da gehört schon mehr dazu!

 

Musical bedeutet für mich, dass ALLE (!) Darsteller auf der Bühne singen. Dass es tolle Ensemble-Nummern gibt und herzzerreißende Duette. Dass es Interaktionen zwischen den Sängern/Darstellern gibt und die Geschichte über die Musik weitererzählt wird. Und dann muss ich leider sagen: Bodyguard ist kein Musical. Bodyguard ist ein Theaterstück mit großartiger Bühnentechnik, tollen Tanzszenen und zwei super Sängerinnen.

Ja…genau: Zwei. Patricia Meeden als Rachel Marron und Nyassa Alberta als ihre Schwester Nicki sind die einzigen Charaktere, die singen (teilweise unterstützt durch das Ensemble). Dies tun sie allerdings in Perfektion. Patricia Meeden ist gewohnt stimmsicher und brilliert in ihren (zahlreichen) Soli. Geschmackssache ist, ob es einem gefällt, dass sie (versucht) wie Whitney Houston zu klingen. Die Masse der Zuschauer erwartet sicherlich, dass

© Nilz Böhme

© Nilz Böhme

die Whitney Houston Darstellerin, die sie auf der Bühne sehen, auch dementsprechend klingt. Ich persönlich fand es ein bisschen schade, dass sie sich verstellen musste. Im Vergleich dazu waren die Soli von Nyassa Alberta wirklich fabelhaft. Sie hat mir deutlich besser gefallen und ich habe mich immer sehr gefreut, wenn sie wieder einen Gesangspart hatte.

 

© Hardy Müller

© Hardy Müller

In der Rolle des Frank Farmer konnten wir Jürgen Fischer sehen. Optisch hat er sehr gut in die Rolle gepasst und hat die Distanziertheit und Verschlossenheit des Bodyguard überzeugend gespielt. Leider hat er sich während des Stücks von diesen Eigenschaften nicht getrennt, was dazu geführt hat, dass die entstehende Liebe zwischen ihm und Rachel Marron nicht zu spüren war. Durch ein fehlendes Liebesduett (oder auch einfach einen Song von ihm) sind dem Zuschauer Franks Gefühle verborgen geblieben.

Vielleicht lag dies auch daran, dass das Stück insgesamt nicht rund ist. Die Szenen wirken sehr konstruiert und es gibt keinen richtigen Fluss. Es war eine aneinander Reihung von Szenen, an denen jeweils am Ende ein Whitney Houston Song gesungen wurde. Die Geschichte konnte so kaum Fahrt aufnehmen und hat mich als Zuschauer nicht richtig abgeholt.

© Nilz Böhme

© Nilz Böhme

Dennoch bin ich aber mit einem positiven Gefühl wieder ins Auto gestiegen. Die Bühnenbilder und Technik war toll gemacht. Bei dargestellten Auftritten von Rachel Marron konnte man wirklich glauben man befindet sich auf einem Konzert eines Superstars. Die Projektionen, die den Stalker gezeigt haben, waren gut gemacht und haben einigen Szenen die nötige Dramatik verliehen. Auch die Slow-Motion-Szenen bei einigen Auftritten, bei denen der Stalker dabei war, waren gut gelöst. Am besten hat mir die „Zugabe“ gefallen. Der Song „I wanna dance with somebody“ wurde von Patricia Meeden gesungen, das ganze Ensemble war auf der Bühne und hat getanzt und die Tänzer haben noch mal gezeigt, was sie drauf haben. Ein schmissiges Stück zum Ende, was mir im Stück selber auch ein bisschen gefehlt hat.

 

 

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