Boybands Forever in der König-Pilsener-Arena Oberhausen

Everyboooody….yeeeah…..rock your body…yeeeah! Ohne mindestens einen Ohrwurm kommt man aus der Show Boybands Forever nicht heraus. Und gleichzeitig fühlt man sich danach so erschöpft und emotional durchgerüttelt wie nach einem richtigen Boyband-Konzert. Komisch, denn es ist ja alles nur gespielt. Auch wenn das ein Großteil des weiblichen Publikums völlig auszublenden scheint. Schon bei meinem Besuch einer öffentlichen Generalprobe der Show im Theater am Marientor durfte ich erleben, dass diese Show etwas Besonderes hat und vieles anders macht als so manche Musik-Show.

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Und wenn ich etwas aus meinem Besuch der Generalprobe mitgenommen habe, dann dass es A) Sinn macht direkt mit mehreren Mädels anzureisen und B) dass man sich selbst erlauben muss Spaß zu haben. Deswegen reisten wir in Oberhausen auch direkt zu fünft an. Manch eine von uns trällerte schon im Auto die liebsten Boyband-Songs und brachte so das richtige Feeling in die Mädelstruppe. In Oberhausen angekommen, waren wir nun also bereit für den Abend…

Boybands Forever ist kein Musical, es ist auch kein reines Konzert…Es wird auf eine sehr amüsante Art und Weise das Phänomen Boybands analysiert. Von den typischen Boyband Boys, über die Höhen und Tiefen der Karrieren bis hin zur Auflösung der Bands. Und es wird natürlich ein Lieblings-Song nach dem anderen zum Besten gegeben. Wenn man ehrlich ist: Diese ganze Geschichte braucht kein Mensch. Man hätte die fünf Jungs auch einfach 2h auf die Bühne stellen können und das Publikum wäre mindestens genauso begeistert nach Hause gefahren.

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Durch den Abend führte Ole Lehmann und analysierte für uns das Boyband-Phänomen. Und das machte er wirklich erstklassig. Ich habe deutlich mehr gelacht als bei der Generalprobe in Duisburg (dort moderierte Dittmar Bachmann den Abend) und wurde bestens unterhalten. Auf eine sehr ironische und humorvolle Art wird jeder Aspekt zum Thema Boybands durchleuchtet. Schnell findet man sich in Schilderungen wieder und wird so automatisch in die eigene Boyband-Fan-Zeit zurückversetzt.

Dieses Zurückversetzen hilft dabei sich voll und ganz auf diese Show einzulassen. Es wird mitgesungen, es wird mitgetanzt, es wird in den höchsten Tönen gekreischt und auch das eine oder andere Mal Herzrasen gehört dazu. Man muss sich aber darauf einlassen. Nicht daran denken wie peinlich das gerade aussehen könnte – man ist ja schließlich nicht mehr 16… Vorher habe ich zu meinen Freundinnen gesagt:,,Lasst all Euren Selbst- und Fremdscham zu Hause – dann haben wir einen super Abend!“ Das ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen, aber etwas Wahres ist schon dran. Wenn man Spaß haben möchte, wird man ihn Boybands Forever haben.

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Auf der Bühne werden fünf Darsteller als die typischen und klischeehaften Archetypen einer Boyband präsentiert:

  • Sunshine John: Der (blonde) Kopf der Band. Der Traum jeder Schwiegermutter mit einem Lächeln, dass jedes weibliche Herz dahin schmelzen lässt. Dieser Boyband-Archetyp wird von Josh Randall verkörpert. Josh kommt aus Florida und ist eigentlich gar nicht blond. Seinen Archetypen verkörpert er wirklich perfekt und konnte mich dabei auch mit seinen tänzerischen und gesanglichen Fähigkeiten absolut überzeugen.
  • Fitboy Rik: Der eher kumpelhafte Typ in der Band, der insbesondere durch seinen definierten Körper bei seinen Fans punktet. Der Waliser Christopher Haul übernimmt diesen Archetypen und ist meiner Meinung nach recht unscheinbar. Er komplettiert das Bild der Band, ist auch gesanglich gut, konnte mich aber mit seinem Hauptmerkmal (Sixpack) nicht wirklich überzeugen. Wenn man ehrlich ist, hatte er den „schlechtesten“ Körper der Band…
  • Sweetheart Sascha: Der super süße und sehr jungenhaft aussehende Mädchenschwarm der Band. Ihm wird nachgesagt, dass er sich bei einem Karrieretief meist als „bisexuell“ outet, was in Boyband-Sprache „homosexuell“ bedeutet. Dieser Archetyp wird von Robbie Culley übernommen, der insbesondere durch seine tänzerische Leistung auf der Bühne glänzt.
  • Bad Boy Lucian: Der Bad Boy der Band, der es schafft eine mystische Aura um sich herum zu schaffen. Dessen Drogenkonsum und Techtelmechtel mit Groupies einfach hingenommen werden. Dieser Archetyp wird von David Lei Brandt verkörpert, der für mich der stärkste Darsteller/Sänger auf der Bühne ist. Er hat eine unfassbare Ausstrahlung und wenn man darauf achtet, ist er derjenige, der die schwierigen Parts in den Songs übernimmt. Wirklich großartig!
  • Der Fünfte: Manch eine Boyband bestand nur aus Vieren, vielleicht weil das fünfte Mitglied immer unter ging und vergessen wurde. Der Fünfte, eigentlich namens Alex, wird von Hector Mitchell-Turner verkörpert, der tatsächlich irgendwie untergeht und vergessen wird. Eigentlich schade, da er eine wirklich schöne und sehr angenehme Stimme hat und mindestens genauso viel drauf hat wie seine Band-Kollegen.

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Seit sechs Wochen touren die Fünf nun schon durch Deutschland und versetzen ihr Publikum in die Hochphasen der Boybands zurück. Wer auch heute noch gerne Songs von den Backstreet Boys, Take That, New Kids on the Block, Blue, usw. hört, sollte sich diese Show wirklich nicht entgehen lassen. Die aktuelle Tour endet zwar in den nächsten Tagen, aber aufgrund der großen Nachfrage geht Boybands Forever im Herbst erneut auf Deutschland und Österreich Tour. Die Karten sind auch schon im Vorverkauf erhältlich. Also noch genug Zeit wieder textsicher zu werden und die alten Backstreet Boys und Take That CD aus dem Regal zu kramen 😉

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