Charity Event und neue Cast in Disneys Musical Tarzan im Metronom Theater Oberhausen

Am vergangenen Wochenende gab es im Oberhausener Metronom Theater einiges zu feiern. Erster Grund war, dass für Tarzan Disneys Musical ein sehr erfolgreiches erstes Jahr in Oberhausen zu Ende ging, zweiter Grund war der Auftakt für die 2. Spielsaison dort und dritter Grund war die startende Kooperation mit der Neven Subotic Stiftung. Letztere wurde zum Anlass für ein Charity-Event genommen. Zahlreiche Prominente wurden eingeladen sich einen musikalischen Abend im Metronom Theater zu machen und natürlich auch den ein oder anderen Euro für die Stiftung zu spenden. Das Klang mal wieder nach ganz ganz viel Trubel. Was für mich persönlich aber viel spannender war: Endlich mal die neue Cast zu sehen. Seit Ende September schwingen sich im Oberhausener Dschungel eine neue Kala, ein neuer Kerchak und ein neuer Terk von Liane zu Liane. Und ich durfte auch einen für mich neuen Clayton erleben, was ich sehr erfrischend fand. Aber nun erstmal eins nach dem anderem…

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Als ich am frühen Abend am Metronom Theater ankam, habe ich mich fast wie bei der Premiere gefühlt. Viele Journalisten tummelten sich bereits im Stage Club, es war wie bei der Premiere, die Pressewand aufgebaut. Es gab eine kleine „Tribüne“ für die Fotografen. Als um 18Uhr der offizielle Einlass begann, strömten viele Menschen in das Theater und schauten neugierig von allen Seiten, wer sich dort so auf dem roten Teppich tummelte.

Nachdem dann alle A-, B- und Z-Promis eingetroffen waren, ging es endlich in den Theatersaal. Ich hatte Plätze ganz rechts im Hochparkett. Mal eine ganz neue Perspektive für mich. Ich hatte den Saal durch den die Affen und Tarzan schwingen würden, komplett im Blick  – das war wirklich super! Um die Show auf der Bühne zu betrachten, musste ich leicht nach rechts schauen und konnte die rechte hintere Ecke der Bühne nicht sehen, aber das hat erstaunlicherweise kaum gestört. Es wurde offenbar darauf geachtet, dass die Szenen so positioniert werden, dass man sie aus allen Ecken des Theaters gut sehen kann.

Und dann ging es los. Ich liebe ja die Eröffnungsszene…ok, ich sag es direkt: Ich liebe das ganze Stück 😀 Aber die Eröffnungsszene finde ich einfach atemberaubend schön. Wie sich die Eltern von Tarzan vor dem Ertrinken retten, dann stranden und anfangen sich im Dschungel zurecht zu finden…. Als dann die ersten Affen durch den Saal schwangen hatte ich doch glatt Pipi in den Augen. Ich denke meinen Ausführungen zu Tarzan in Oberhausen kann ich meinen diversen anderen Blogbeitragen wie dem der Premiere 2016, von Josh Stricklands Premiere oder Antons Premiere nichts mehr hinzufügen. Darum werde ich mich auf die neuen Darsteller konzentrieren.

An diesem Abend standen Sophia Wezer als Kala und Andreas Lichtenberger als Kerchak auf der Bühne. Andreas Lichtenberger durfte ich bereits bei meinem aller ersten Tarzan Besuch im März 2009 in Hamburg als Kerchak erleben (ich habe tatsächlich noch die Besetzungsliste gefunden… 😀 ), konnte mich aber ehrlich gesagt nur noch daran erinnern, dass ich ihn gut fand. Am Sonntag habe ich mal wieder die Antwort darauf bekommen, warum es sich durchaus lohnt ein Stück mehrmals zu sehen. Wie oft schaut man in ungläubige Gesichter, die einen Fragen, warum man sich ein Stück zum x. Mal anschaut. Es ist doch immer noch die gleiche Geschichte… Die Chemie und die Interaktion zwischen Sophia Wezer und Andreas Lichtenberger ist eine komplett andere als zwischen Sabrina Weckerlin und Patrick Stanke. Mit der neuen Besetzung hat sie kein bisschen an Qualität verloren, wirkte aber älter und fand auf einer anderen Ebene statt.

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Sophia Wezer spielte die Kala mit einer interessanten Mischung aus Rauheit und Ruhe. Man nimmt ihr die Mutter, die aus vollstem Herzen für ihren Tarzan kämpft, in jeder Sekunde ab. Aus tiefstem Herzen lehnt sie sich gegen Kerchaks Entscheidungen auf und scheut dabei nicht auch mal laut zu werden. Im Umgang mit Tarzan zeigt sie viel Ruhe und Sanftheit. Diese Mischung zwischen Stärke und Sanftheit zeigt sich auch in ihrer Stimme.

DSC03493Andreas Lichtenberger ist für mich eine Idealbesetzung. Seine Stimmfarbe, sein Auftreten, sein Schauspiel passen hervorragend zu der Rolle des Oberaffens. Mit seiner tiefen Stimme hebt er sich sehr gut vom Rest der Affenbande ab und überzeugte mich auch in den Gesangsparts. Mir hat auch sein Schauspiel sehr gut gefallen. Die innere Zerrissenheit, das Spiel zwischen laut Gesagtem und leisem zu sich Gemurmel beherrscht er sehr gut.

 

Nun aber zu Terk. An dieser Stelle muss kurz angemerkt werden, dass für mich bisher niemand diese Rolle so grandios verkörpert hat wie Rommel Singsong. Nun war ich also darauf gespannt wie sich ein weiterer ehemaliger Rusty in dieser Rolle schlagen wird. Jeffrey Socia hatte es in seiner Zeit bei Starlight Express bereits von dem Schnellzug Bobo über Electra bis hin zur Hauptrolle geschafft und ist nun also der beste Freund Tarzans. TerkBesonders beeindruckt war ich davon in welchen Körperlagen Jeffrey Socia noch „ruckelfrei“ singen konnte. Kopfüber hängend und wirklich kräftig von links nach rechts schaukelnd, sang er so als würde er völlig entspannt und gerade auf der Bühne stehen. Diese Körper- und gleichzeitige Stimmbeherrschung wird er sicherlich bereits beim Starlight erlernt haben. Stimmlich hat mir bei ihm ein bisschen der „Wums“ gefehlt und teilweise ein bisschen das Rampensau-Gen. Insgesamt hat er es aber wirklich gut und überzeugt gemacht. Und er war deutlich besser zu verstehen als seine italienischen Vorgänger.

Tessa Sunniva van Tol war als Jane wie immer bezaubernd, Anton Zetterholm als Tarzan einfach super und auch Japheth Myers als Porter wieder köstlich. Sollte Euch meine Meinung zu diesen Darstellern noch interessieren, schaut gerne in die älteren Beiträge rein. Da habe ich schon alles zu ihnen erzählt. Auch Raphael Dörr machte seinen Job als Bösewicht Clayton wirklich hervorragend.

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Ihr merkt schon, dass ich mal wieder einen tollen Abend im Metronom Theater hatte. Die Kooperation mit der Neven Subotic Stiftung lässt darauf schließen, dass Tarzan wohl noch ein Weilchen in Oberhausen bleiben wird. Und natürlich auch aufgrund der aufwendigen Bühnentechnik. Es bleibt also spannend. Auch wer der Nachfolger von Anton als Tarzan werden wird.

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