Die größten Musicalhits aller Zeiten im Capitol Theater Düsseldorf

Manchmal dreht sich das Leben so schnell, dass einem schon fast schwindelig wird und man kaum noch weiß, wo oben oder unten ist. Lebensphasen enden und neue Lebensphasen beginnen. Der Kopf versucht mitzuhalten, dennoch bleibt das ein oder andere auf der Strecke. So fühlt es sich bei mir gerade an. Zum Glück stand es schon lange fest, dass ich das Konzert Die größten Musicalhits aller Zeiten besuchen werde. Ein im Kalender eingetragener Termin, an dem ich nicht habe rütteln lassen. Und das war auch gut so! Denn diese musicalhafte Insel in meinem zur Zeit recht turbulentem Alltag, hat sich angefühlt wie ein Ausflug in einen Wellnesstempel – eine Wohltat für Körper und Seele.

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Wer schon mal auf einem Konzert war, dass in Kooperation von Semmel Concert und Sound of Music ins Leben gerufen wurde, weiß: dass was dort auf die Bühne gebracht wird ist immer erstklassig. Mit dieser Sicherheit und auch dem Cast bestehend aus Roberta Valentini, Sabrina Weckerlin, Alexander Klaws, Jan Ammann, Mark Seibert und der Sound of Music Band war ich mir sicher wieder einen wundervolles Musicakonzert erleben zu dürfen. Für mich ging es dann am Donnerstagabend ins Capitol Theater in Düsseldorf.  Schon bei der Ankunft merkte ich, dass unfassbar viele Menschen dort waren. Später wurde mir auch bestätigt, dass das Konzert ausverkauft gewesen war. Kein Musicalfan in der Umgebung wollte sich dieses Konzerthighlight also entgehen lassen.

Bereits vor dem Konzert hatte ich über Facebook erfahren, dass Mark Seibert leider für diesen Konzertabend krankheitsbedingt ausfallen würde. Auch wenn ich mich auf ihn gefreut hatte, war ich auch offen für etwas Abwechslung und frischen Wind. Dennis Henschel, den ich bereits in Füssen bei Ludwig² erleben durfte, übernahm an diesem Abend die Parts von Mark.

Und dann ging das Konzert los. Einfach abtauchen. Einfach genießen. Das Gedankenkarussell abschalten und sich von den großartigen Solisten auf der Bühne in die unterschiedlichen Musicalwelten entführen lassen. Ich konnte diesen Konzertabend in vollen Zügen genießen. Die Songauswahl war sehr gelungen. Es wurden die Songs gesungen, auf die man insgeheim gehofft hat (Die unstillbare Gier, Frei und schwerelos, Ich gehör nur mir), aber auch Lieder, die man nicht schon hunderte Male auf anderen Konzerten gehört hat. Es war eine in sich stimmige Mischung. Die Lieder waren schön arrangiert und die Sound of Music Band präsentiere sich in gewohnter erstklassiger Qualität.

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An diesem Abend haben mich Sabrina Weckerlin und Roberta Valentini mit ihrer schier unbremsbaren Frauenpower einfach nur umgehauen. Sie waren präsent, gefühlvoll, stimmlich sicher, auf den Punkt und unfassbar kraftvoll. Die Männer taten sich schwer mit den beiden mitzuhalten. Roberta Songs aus Ghost singen zu hören, habe ich auf der einen Seite sehr genossen. Auf der anderen Seite habe ich mich aber auch geärgert, dass ich sie in der Rolle nicht erleben konnte. Für mich war sie von Anfang an meine Wunschbesetzung für Molly. Aber ich kann ja noch Daumen drücken für Stuttgart.06_Roberta-Valentini_Foto_Thomas-Langer Sabrina hat mich als Päpstin mal wieder sehr berührt. Es ist bewundernswert, dass sie nach so vielen Auftritten Songs wie Wehrlos und Das bin ich immer noch so gefühlvoll und stark präsentiert. Nach diesem Block, begann in meinem Kopf schon mal die Planung für eine kleine Musicalreise nach Fulda…

09_Alexander-Klaws_Foto_Det-KempkeAlexander Klaws, der mal wieder die meisten Fans im Publikum zu verzeichnen hatte (oder zumindest die lautesten 😉 ), konnte mich auch an diesem Konzertabend wie schon bei Disney in Concert nicht hundertprozentig überzeugen. Stimmlich konnte er mit den anderen Solisten nicht mithalten. Seine Performances waren jedoch sehr unterhaltsam und bei The Eye of the Tiger brachte er den Konzertsaal zum Kochen.

 

Jan Ammann durfte bei diesem Konzert die ganz großen Klassiker vortragen. Das Phantom der Oper, Kalte Sterne, Gott ist tot, die Unstillbare Gier...15_Jan-Ammann_Foto_Karim-Khawatmi Songs, die er wahrscheinlich selbst dann in Perfektion singen kann, wenn man ihn mitten in der Nacht aus dem Bett reißt. Obwohl er die Songs schon so viele Male gesungen hat, wird es nie langweilig. Er singt sie einfach mit so viel Gefühl und Hingabe, dass man sie auch einen Abend lang in Dauerschleife hören würde. Zurecht gab es für ihn nach der Unstillbaren Gier die erste Standing Ovation des Abends.

Auf Dennis Henschel war ich sehr neugierig. Jedoch konnte er mich nicht vollends überzeugen und abholen. Seine Stimme ist sehr schön. Als er Bring ihn heim gesungen hat, war ich sehr berührt und fasziniert davon wie schön er das Lied dargeboten hat. Leider fehlte es ihm insgesamt an Bühnenpräsenz, wodurch er teilweise fehl am Platze wirkte. Mit etwas strafferen Schultern und mehr Pepp, hätte er mich sicherlich mehr begeistern können.

Als ich das Theater verlassen habe, hatte ich mal wieder dieses warme Gefühl ums Herz. Das hatte ich gebraucht. Ein solcher Abend tut einfach gut. Lässt einen innehalten und lädt die Batterien auf. Jetzt werde ich mich auf die Suche nach weiteren „Musicalinseln“ machen. Nicht nur, damit hier auf dem Blog wieder mehr passiert, sondern auch für mich als Ausgleich.

Ich bin sehr gespannt, ob es auch 2020 wieder eine Die größten Musicalhits aller Zeiten-Tour geben wird. Oder ob sich Semmel Concert und Sound of Music vielleicht etwas Neues einfallen lassen. Hoffentlich überraschen sie uns wieder mit einem tollen Konzertformat!

2 Gedanken zu “Die größten Musicalhits aller Zeiten im Capitol Theater Düsseldorf

  1. Steffi schreibt:

    Liebe Miriam,

    Was für ein schöner Beitrag, der diesen Abend so wunderbar beschreibt.. Ich habe das Konzert in Stuttgart besucht und für mich war es genau das gleiche Gefühl. Es war gefühlt ein Kurzurlaub, bei dem man einfach nur träumen und genießen konnte. Diese Abende die einem wahnsinnig viel Kraft geben und die außergewöhnlichen Stimmen der 5 haben mich tief berührt.

    Herzliche Grüße,
    Steffi

  2. Stefan schreibt:

    Schade , dass Mark krank war. In Frankfurt mit Vollbesetzung haben Mark und Jan Unstillbare Gier im Duett gemeinsam gesungen.
    Überragend und perfekt gesungen. So betäubend habe ich es lange noch nicht gehört.
    Schade fand ich als Starlight Express Anhänger, das dies gänzlich aus dem diesjährigen Programm genommen wurde. Aber gut, Ghost wusste zu entschädigen.

    Am meisten überrascht, weil eben nie wirklich bis dahin beschäftigt, hat mich der Päpstin Part. Das bin Ich ist ein herausragendes Musical Lied, dazu hat Sabrina Weckerlin wirklich alles getroffen und zu Ende gesungen…

    Ich freue mich riesig auf die Cd. Hoffentlich muss .an nicht BIs Weihnachten warten…

    Rechne aber eher mit einer weiteren Tournee 2021. Es war ja jetzt auch im 2 Jahres Turnus…

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