Die Päpstin im Schlosstheater Fulda 2018

Wenn ich an das Musical Die Päpstin denke, kommen mir direkt zwei Sachen in den Sinn: Fulda und Sabrina Weckerlin. Vor einigen Jahren habe ich das Musical bereits im Schlosstheater Fulda mit Sabrina als Päpstin gesehen und habe mich total gefreut, dass Spotlight Musicals dieses tolle Stück für den Musicalsommer 2018 wieder ins Programm genommen hat und auch Sabrina wieder engagieren konnte. Fast vom Stuhl gekippt bin ich dann als bekannt gegeben wurde, dass Mark Seibert die Rolle des Gerold übernehmen würde. Eine Kombination, die ich mir persönlich sehr gut vorstellen konnte und natürlich auf keinen Fall verpassen wollte!

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Also ging es vergangene Woche nach Fulda. Und auch das Daumen drücken hatte geholfen, denn ich hatte das große Glück tatsächlich Sabrina und Mark auf der Bühne erleben zu dürfen.

Ich erinnere mich noch, dass ich auch nach meinem ersten Besuch der Päpstin in Fulda mit dem Gefühl das Theater verlassen hatte, dass die Inszenierung einfach rund war, funktionierte und einen dieses Stück einfach nur genießen ließ. Und genau dieses Gefühl hatte ich nach diesem Besuch wieder. Es passte einfach alles perfekt zusammen, alles griff ineinander und es gab einfach keine störenden Faktoren.

Beeindruckend finde die verschiedenen Bühnenbilder und auch das große Ensemble in Fulda. Die Bühnenbilder sind so vielseitig und lassen einen als Besucher komplett in die Welt von Johanna eintauchen. Das Ensemble fand ich gesanglich sowie auch schauspielerisch stark und es trug dadurch so einen großen Anteil zu diesem nahezu perfekten Musicalbesuch bei. Es gab bei diesem Musicalbesuch tatsächlich nur eine Sache, die mir nicht ganz so gut gefallen hat: Mir war es teilweise fast schon zu viel auf der Bühne. Große Bühnenelemente, viele Ensemblemitglieder und dann auch noch die ein oder andere unnötig komplizierte Choreographie und mein Auge war total überfordert. Mehr ist nicht immer mehr. Und die ein oder andere Szene hätte auch mit weniger oftmals gut funktioniert. Aber mein Gott: In manch anderen Produktionen wird so viel gespart, da wünscht man sich manchmal dann doch mehr.

Die Hauptrollen waren alle fantastisch besetzt:

Sabrina Weckerlin als Johanna/die Päpstin zu erleben ist einfach etwas ganz besonderes.253488_206542259383249_3253888_n Wer Sabrina auf Facebook/Instagram folgt weiß, dass diese Rolle für sie eine ganz besondere Bedeutung hat und das spürt man auch, wenn sie auf der Bühne steht. Sie verschmilzt förmlich mit der Rolle und erschafft dadurch eine ganz besondere Ausstrahlung. Dies gepaart mit ihrer tollen Stimme hat mir bei diesem Musicalbesuch nicht nur Gänsehautmomente, sondern auch das ein und andere Tränchen, beschert.

Gerold wurde von Mark Seibert gespielt, der eine außerordentlich gute Figur in dieser Rolle machte. Mit seinem Sinn für Gerechtigkeit und dem Einstehen für seine Überzeugungen gewann er bei den Zuschauern schnell Sympathien und spielte den Markgraf überzeugend. Stimmlich harmonierte er einfach toll mit Sabrina und konnte auch in seinem Solo Ein Traum ohne Ende einen absoluten Gänsehautmoment erschaffen.

In ständiger Konfrontation standen Johanna und Gerold mit Christian Schöne als Anastasius. Er hat die Charakterentwicklung seiner Rolle sehr nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Gleichzeitig konnte er auch stimmlich absolut überzeugen.

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Reinhard Brussmann spielte Aeskulapius und erschaffte eine ruhige und weise Ausstrahlung um seinen Charakter. Ein bisschen war er für mich der Ruhepol dieses Stücks und fast schon eine Art Erzähler, der das Publikum an die Hand nimmt und durch das Stück begleitet so wie er Johanna in ihrem Leben begleitet hat.

Auch die weiteren Rollen waren wirklich toll besetzt. Viele der Rollen waren doppelt besetzt und alle Darsteller schafften den Wechsel innerhalb des Stücks von einer zur anderen Rolle unglaublich gut. So übernahm Lutz Standop die Rolle des Bischofs vor Dorstadt Flugentius und die des Rabanus. Der Wechsel von vom Wein berauschten Bischof, der Johanna nur mit viel Überzeugungsarbeit an die Domschule ließ zum treuen und kleveren Kloster-Prior gelang ihm toll. Erst beim Durchblättern des Programmhefts ist mir aufgefallen, dass Sebastian Lohse sowohl die Rolle des abgrundtief bösen und gewalttätigen Vater Johannas sowie die des moppeligen Papstes Sergius übernahm. Im Stück ist es mir tatsächlich nicht aufgefallen – und ich denke das kann als Kompliment aufgefasst werden. Auch Anke Fiedler übernahm neben der Rolle als Johannas Mutter noch die der Kurtisane Marioza. Auch noch einige anderen übernahmen doppelte Rollen und bei allen ist es wirklich gut und überzeugend gelungen.

Insgesamt war dieser Musicalbesuch für mich wirklich toll. Was möchte man auch mehr als erstklassige Darsteller, ein tolles Bühnenbild, ein spannendes Stück mit schönen Songs und eine runde Inszenierung? Na gut, vielleicht noch ein Orchester – aber man weiß ja, dass man darauf in Fulda verzichten muss.

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