Disneys Aladdin in der Neuen Flora in Hamburg

jpg-72-dpi-rgb-ala_ham_szenenmotiv_hoch_72dpiNun habe ich es auch endlich mal in Aladdin geschafft! Seit knapp einem Jahr fliegt der junge Al schon auf seinem fliegenden Teppich durch die neue Flora in Hamburg und jetzt habe ich mich mit ihm auf die bunte und glitzernde Reise begeben. Ich war sehr gespannt auf dieses weitere Disney Musical. Der Film bietet so viel Potential daraus ein buntes, glitzerndes und auch musikalisch tolles Stück zu zaubern und ob und wie dieses Potential ausgeschöpft wurde, davon konnte ich mich nun selber überzeugen. Ich war schon mal sehr happy, dass Richard-Salvador Wolff nach seiner Verletzung wieder fit war. Nun musste ich nur noch das Glück haben ihn und auch noch Enrico de Pieri auf meiner Besetzungsliste für die Show stehen zu sehen.

Aladdin ist tatsächlich ein buntes, glitzerndes Stück. Man merkt, dass insbesondere in die Bühnenbilder und Kostüme unglaublich viel Liebe und Arbeit geflossen ist. Die Musik ist schmissig, bleibt aber leider irgendwie nicht so richtig im Ohr. Die Ohrwürmer aus dem Film wurden so umarrangiert, dass sie keine Ohrwürmer mehr sind und nicht mehr wirklich hervorstechen. Ein bisschen haben mir auch die Songs gefehlt, in denen die (Haupt)Darsteller einmal zeigen können, was sie (stimmlich) drauf haben. Sicher – es gab die Soli für die Hauptrollen, aber auch diese sind nicht wirklich heraus gestochen.

Ein Wahnsinn waren die Tanzszenen! Gefühlt wurde fast durchgehend getanzt. Am Anfang war mir das fast ein bisschen zu viel. Es war so viel auf der Bühne los und dann noch das Ensemble und alle tanzten…leider teilweise unsynchron…mein Auge war komplett überfordert.

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Und dann ist tatsächlich das passiert, was mir in meiner Musicalgänger-Karriere bis zu diesem Zeitpunkt noch nie passiert ist: Es gab einen technischen Fehler. Kaum beging Aladdin den fatalen Fehler die Jade zu berühren, donnert es und das Saallicht ging an. Moooment…das gehörte eindeutig nicht zur Show. Und dann wurden wir um etwas Geduld gebeten, da ein technisches Problem vorlag. Ein guter Bekannter sagte nicht ganz zu unrecht: ,,Warum packt der auch die Jade an?“ 😉 Nach 10 Minuten ging es dann aber weiter. Es wurde nahtlos an die Stelle wieder angesetzt und Dschinni hatte seinen großen Auftritt. Ich muss leider sagen, dass bis zu diesem Zeitpunkt das Stück ein bisschen dahinplätscherte. Das ganze Stück hängt doch sehr an der Rolle des Dschinnis. Er mischt das Ganze noch mal ordentlich auf und bringt den besonderen Kick in das Stück.

jpg-72-dpi-rgb-szenenbilder-aladdin-hamburg-06Ich hatte das große Glück als Dschinni Enrico de Pieri sehen zu können. Auch wenn sowohl meine Mutter als auch meine Patentante jeweils einen anderen Dschinni hatten und von beiden total begeistert waren, habe ich mich doch gefreut Enrico endlich mal auf der Bühne erleben zu dürfen. Und er war grandios! Er hat alles aus sich und der Rolle rausgeholt und einen regelrecht verzaubert. Er hat ein tolles Gespür für sein Timing bei den Gags und singt und schauspielert gewohnt sicher und erstklassig.

Als Aladdin stand der wieder genesene Richard-Salvador Wolff auf der Bühne. Und wenn jemand wie Faust aufs Auge zu dieser Rolle passt, dann er! Optisch kommt er natürlich sowieso schon nah an ihn ran, aber mir seiner sympathischen Art und seinem jugendlichen Charm verzaubert er nicht nur Jasmin, sondern auch das Publikum. Zudem ist er gesanglich sicher, auch wenn er gerade eine Verfolgungsjagd hinter sich hat.

Myrthes Monteiro spielte an diesem Abend die Jasmin. Auch hier wurde, was die Optik angeht, wieder wunderbar gecastet. Stimmlich hat sie mich leider nicht so umgehauen. Sie war zwar sicher, aber irgendwie fehlte mir das gewisse Etwas, dass sie vom Rest des Ensemble abgehoben hätte.

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Die Rolle des bösen Dschafar wurde von Kristofer Weinstein-Storey übernommen. Ihn hatte meine Patentante bereits als Dschinni gesehen und der Mann scheint ein absolutes Multitalent zu sein. Den Dschafar spielte er sehr überzeugend mit der richtigen Mischung aus Witz und Bosheit.

Die drei Freunde von Aladdin Kassar, Babkak und Omar spielten Al Cococcia, Mark van Beelen und Pedro Reichert. Die drei brachten eine solide Leistung auf der Bühne, wobei ich es teilweise ein bisschen klamaukig fand.

Das ist mir insgesamt aber ein bisschen negativ aufgefallen. Ja, es ist Disney und Rollen wie die des Dschinnis laden dazu ein zu übertreiben. Aber in den anderen Rollen wie beispielsweise bei Jago, den Freunden von Aladdin und auch bei Dschafar war es grenzwertig und mir stellenweise zu viel Klamauk. Auch mit weniger Gekreische und Überspitzung hätten die Witze gewirkt.

Zum Schluss war ich fast ein bisschen erschrocken. Es gab keine Standing-Ovation und auch der Applaus fiel insgesamt zurückhaltender aus als ich ihn bei meinen letzten Musicalbesuchen erlebt hatte. Vielleicht lag es an der norddeutschen Art, vielleicht aber auch daran, dass die anderen Musicalbesucher meine Kritikpunkte teilten. Man weiß es nicht. Abschließend ist aber festzuhalten, dass Aladdin ein wirklich sehenswertes Stück ist – auch wenn es nicht zu einem meiner Lieblingsmusicals wird.

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