Disneys Die Schöne und das Biest im Musical Dome Köln

Die Schöne und das Biest erzählt eine so schöne Geschichte mit einer so tollen Botschaft und ist aufgrund der Neuverfilmung wieder sehr präsent in den Medien und Köpfen der Menschen. Das Musical zu diesem Disney-Film gibt es bereits seit 1994. Ich habe es vor etwa 11 Jahren in Oberhausen von Stage inszeniert gesehen. Ich kann mich tatsächlich nur sehr vage daran erinnern, weiß aber noch, dass es mir sehr gut gefallen hat und ich die Lieder noch lange nach meinem Besuch gehört habe. Die Inszenierung, die aktuell in Köln zu sehen ist und ab Januar auf Tour geht, ist vom Budapester Operetten- und Musicaltheater. Diese Inszenierung tourte schon einmal durch Deutschland und die Meinungen zu ihr gingen stark auseinander. Ich hatte nun die Chance mich selber von ihr zu überzeugen und war wirklich gespannt, was mich erwarten würde und vor allem wie es mir gefallen würde.

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Wie ich bereits erwähnt habe ist diese Version von Disneys Die Schöne und das Biest eine ungarische Inszenierung. Das bedeutet, dass alle Darsteller Ungarn sind und zum großen Teil zum Ensemble des Budapester Operettentheaters gehören. Die Show ist jedoch komplett auf Deutsch – sowohl die Sprechszenen als auch die Lieder.

Bereits im Vorhinein hatte ich oft gelesen, dass der Akzent der Darsteller doch sehr stark sei und man vieles einfach nicht verstehen könne und auch dass die Kostüme und Bühnenelemente nicht sehr hochwertig seien. Selbst wenn ich zuvor noch keine Rezensionen gelesen hätte, hätte mir der Trailer bereits verraten, dass die Kostüme und das Bühnenbild nicht denen in meiner Erinnerung aus dem Metronom Theater ansprechen würden. Und bei einer Inszenierung eines ausländischen Theaters, kann man sich auch auf einen Akzent einstellen. Ich war aber dennoch offen für die Show und freute mich Belle auf ihrem Abenteuer begleiten zu dürfen.

Vater - Die Schoene und das Biest

Nach dem ersten Akt war ich irgendwie unzufrieden – ich konnte es aber gar nicht so in Worte fassen. Der Akzent der Darsteller war in der Tat sehr störend, da man einige Passagen einfach nicht verstanden hat. Und auch nachdem das Stück vorbei war, habe ich das Theater nicht mit diesem zufriedenen und warmen Gefühl ums Herz verlassen.

Verwundung - Die Schoene und das Biest

Auf meinem Weg nach Hause, habe ich darüber nachgedacht, warum das so war. Die Inszenierung ist auf keinen Fall schlecht. Das wäre unfair zu behaupten. Die Darsteller haben tolle Stimmen, sind mit Feuereifer dabei und auch, wenn sie einen Akzent haben, muss man den Hut davor ziehen, dass sie sich auf die Bühne stellen und ein komplettes Stück in einer fremden Sprache spielen.

Als ich den Abend revue passieren ließ, ist mir eine Passage aus meinem Interview mit Andreas Luketa eingefallen. Dort sagte er:

Geht man in ein Theaterstück und wird bereits in den ersten Sekunden von den Darstellern auf eine Reise in eine andere Welt mitgenommen, taucht man komplett in diese Welt ab. Sitzt man aber in Deutschland in so mancher Groß- oder Tournee-Produktion, dann stört einen das und dann stört einen dies und dann stolpert man darüber, dann ist die Illusion nicht perfekt und man kann nicht zu hundert Prozent in diese Welt eintauchen.

Und ich denke genau das war mein Problem. Mich hat der Akzent in manchen Szenen gestört, mir haben die Kostüme von manchen Darstellern nicht gefallen, mir hat die Art des Schauspiels von einigen Charakteren nicht gefallen, dann war das Mikrofon vom Biest defekt…eine Summe an Störfaktoren, die mich daran gehindert haben zu hundert Prozent in diese Disney-Phantasie-Welt abzutauchen – die Illusion war einfach nicht perfekt.

Jedoch schien es nicht allen so zu gehen. Am Ende gab es Standing-Ovation und ich habe in viele glückliche Gesichter geschaut. Die Geschichte ist und bleibt einfach schön und die Botschaft kam bei den Besuchern an.

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Auch wenn diese Inszenierung sicherlich nicht perfekt war, hatte ich einen schönen Abend im Musical Dome. Einfach noch mal ins Theater gehen. Den Weihnachtsstress für ein paar Stunden vergessen. Und eine schöne Geschichte erzählt bekommen.

Ein Gedanke zu “Disneys Die Schöne und das Biest im Musical Dome Köln

  1. Die Welt der Musicals (Matthias Gmeiner-Froschauer) schreibt:

    Hallo Miriam!

    Ich habe diese Tournee-Produktion im August 2017 im Linzer Musiktheater gesehen und habe teilweise mit dem Akzent den gleichen Eindruck gewonnen. Ansonsten hat mir alles sehr gut gefallen, dass Publikum war begeistert. Habe die Schöne und das Biest zum ersten Mal angeschaut.

    Dein Bericht ist sehr gut geschrieben und sehr interessant. :)

    Liebe Grüße
    Matthias Gmeiner – Froschauer

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