Evita in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf

Evita zählt neben Stücken wie das Phantom der Oper oder auch West Side Story zu den Musicalklassikern und damit zu einem Musical, was man als Fan durchaus mal gesehen haben sollte. Und nun gastiert Evita in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Und nicht nur wegen der Nähe, sondern auch wegen der durchweg positiven Rezensionen, die ich zuvor über die Produktion gelesen habe, durfte dieses Musical nicht an mir vorbei gehen.

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1978 wurde das Stück in London uraufgeführt und 1996 erschien der gleichnamige Film mit Madonna. Das Musical handelt von der argentinischen Präsidentengattin Eva Peron. Es beginnt an ihrem Todestag und schon hier wird deutlich, dass um diese Persönlichkeit ein wahrer Kult herrschte, es gleichzeitig aber auch eine Schattenseite gab. Nun wird die Geschichte von Vorne aufgerollt. Man lernt Evita als Eva Duarte in ihrer Heimatstadt kennen. Dort träumte sie von einem besseren Leben in der Großstadt Buenos Aires. Um diesem Ziel näher zu kommen, ging sie eine Liebelei mit dem Tangosänger Magaldi ein, der sie  mit nach Buenos Aires nahm.

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Dort trennte sie sich von ihm, hatte einen Liebhaber nach dem anderen, bis sie auf Juan Peron traf. Ihm machte sie deutlich, dass sie zwei gut zusammen passen und gemeinsam vieles erreichen könnten. Und so kam es dann auch. Getrieben von Ehrgeiz und Machtgelüsten zog Evita als Ehefrau Perons im Hintergrund die Strippen, hatte immer das große Ganze im Blick und war maßgeblich am politischen Erfolg Juans beteiligt. Der große Erfolg beruhte auf Evitas Verehrung in der Arbeiterklasse. Trotz ihres mittlerweile erlangtes Reichtums und ihres dekadenten Lebensstils, machte sie dieser gesellschaftlichen Schicht deutlich, dass sie eine von ihnen sei und sich nur zu ihren Gunsten in den gehobenen Kreisen aufhalte. Nachdem ihr Mann Präsident geworden war, wurde sie als First Lady zum Aushängeschild des Landes, bis ihre Kräften anfingen zu schwinden…

Evita ist noch ein richtig klassisches Musical. Jeder Dialog und Monolog wird gesungen, kein einziges Wort gesprochen. Umso wichtiger sind daher die Darsteller. Und bei der aktuellen Inszenierung von Evita wurde ganz hervorragend gecastet.

evita-foto-03-credit-pamela-raithMit Emma Hatton steht eine erstklassige Eva Peron auf der Bühne. Sie ist unfassbar stimmgewaltig und deckt mit ihrer Stimme die verschiedenen Facetten des Charakters Evitas genauso erstklassig ab wie mit ihrem Schauspiel.

Ihr Mann Juan Peron wurde von Kevin Stephen-Jones gespielt. Er schaffte es seine Macht und Präsenz so darzustellen, dass dennoch klar wird, dass Evita die Fäden in der Hand hielt. Dennoch wirkte er nicht so als würde er unter ihren Fuchteln stehen. Eine sehr gelungene Darstellung eines stimmsicheren Darstellers.

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Che wird von Gian Marco Schiaretti gespielt, der dem deutschen und insbesondere Stuttgarter Publikum bereits als Tarzan bestens bekannt sein dürfte. Er verkörperte die Rolle sehr temperamentvoll. Während seines Schauspiels und Gesangs brodelten die Gefühle nahezu aus ihm heraus. Von Beginn an macht er seine Position und Einstellung gegenüber Evita deutlich und leitet den Zuschauer mit einem sehr kritischen Blick durch das Stück.

 

Besonders positiv aufgefallen ist mir Jude Neill als Mistress. Mit ihrem Solo Antoher Suitcase in Another Hall hat sie mich wirklich sehr berührt und wenn ich die Reaktion des Publikums, die diesen Auftritt mit einem sehr starken Applaus belohnte, richtig deute, die anderen Zuschauer auch.

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Insgesamt ist diese Inszenierung wirklich gut gelungen. Sicherlich ist das Bühnenbild aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Tourproduktion handelt, etwas abgespeckt. Aber die Darsteller machen es mit ihrem Talent und Können wett. Eine wirklich sehenswertes Stück, dessen Laufzeit nun in Düsseldorf endet. Nur noch bis Ende dieser Woche (Sonntag, 23.Juli) können Zuschauer in die Geschichte Eva Perons eintauchen. Wer es noch schafft: Es lohnt sich!

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