Goethe! – Auf Liebe und Tod in der Folkwang Universität der Künste

In den letzten Wochen war in der Folkwang Universität der Künste das neue Musical Goethe!- Auf Liebe und Tod zu sehen. Eine Tryout-Produktion, die in Kooperation mit Stage Entertainment umgesetzt wurde. Das Musical wurde von den kreativen Köpfen,  die bereits das Stage Musical Das Wunder von Bern geschrieben haben, entwickelt. Auch Goethe! basiert wie das Wunder auf dem gleichnamigen Film (Goethe! von Philipp Stölz).

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Das wohl besondere an dieser Produktion war, dass junge Nachwuchstalente gemeinsam mit gestanden Musicalstars auf der Bühne zu sehen waren. Die zwei Hauptrollen wurden (für einige Aufführungen) von Sabrina Weckerlin und Philipp Büttner verkörpert.

Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen! Ein neues Musical sehen, Essen ist ganz in der Nähe, Sabrina Weckerlin und Philipp Büttner mal für kleines Geld ganz nah erleben und einen Eindruck gewinnen was die Nachwuchstalente so drauf haben. Also ging es auf nach Essen!

© Elsa Wehmeier

© Elsa Wehmeier

Bevor ich schreibe wie es mir gefallen hat, erzähle ich Euch erstmal worum es in dem Stück geht. Es ist ja immerhin neu und vermutlich haben auch nicht alle den Film gesehen. Das Stück handelt keinesfalls vom gesamten Leben Goethes, sondern erzählt von der Zeit als der junge Goethe von seinem Vater nach Wetzlar geschickt wird. Goethe ist dort im Reichskammergericht angestellt und findet in Wilhelm Jerusalem einen guten Freund. Beide verlieben sich – Wilhelm in Margarethe und Goethe in Lotte. Doch dann verlobt sich Goethes Vorgesetzter Kestner mit Lotte. Die junge Liebe wird im Keim erstickt und muss der Vernunft weichen. Kestner spinnt zudem eine Intrige, um Goethe endgültig von Lotte fernzuhalten.

 

Definitiv Stoff für ein Musical, dass von jungen Menschen handelt, die gegen Konventionen rebellieren, die die erste große Liebe erfahren und auf der Suche nach sich selber sind. Und wenn Mozart, Elisabeth und Schikaneder funktionieren, warum dann nicht auch unser deutscher Goethe?

© Elsa Wehmeier

© Elsa Wehmeier

Wie ich schon erwähnt habe, durfte ich eine der Vorstellungen sehen, in denen Sabrina und Philipp die Hauptrollen Lotte und Goethe spielten. Rollen, die etwas ältere Erwachsene darstellten wie Lottes und Goethes Vater, Kammerdiener, Kutscher und Professoren wurden ebenfalls von „Gästen“ gespielt. Alle weiteren Rollen wurden von den Studenten des 3. und 4. Jahrgangs übernommen. Auf der Bühne ergab das wirklich ein tolles Bild, eine Mischung aus jungen und erfahrenen Darstellern, viel Talent und besonders viel Leidenschaft. Die Darsteller wirkten in ihrer Heterogenität dennoch wie eine eingeschworene Cast. Jeder hat etwas besonderes mitgebracht (Leidenschaft, Spaß, tolle Stimmen, Erfahrung, Ruhe) und mit allen geteilt. Die jungen Nachwuchstalente haben gezeigt, dass man sich um die Zukunft des deutschen Musicals keine Gedanken machen muss! Sie waren auf den Punkt da und zeigten in jeder Sekunde ihr ganzes Talent. Ich habe selten ein Ensemble gesehen, dass mit so einer Spielfreude die gesamte Zeit des Stückes dabei war. Man hat allen angemerkt, dass sie gerade das machen, was sie lieben und wofür sie studieren und stundenlang proben. Sabrina Weckerlin und Philipp Büttner glänzten in ihren Rollen, die sowohl schauspielerisch als auch gesanglich anspruchsvoll sind.

© Elsa Wehmeier

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Das Stück an sich hat mir auch gut gefallen, wobei ich vermute, dass es auf einer großen Stagebühne nicht funktionieren würde. Dafür fehlen die eingängigen Ohrwürmer und auch die Erzählweise der Geschichte müsste etwas aufgepeppt werden. Das Stück, so wie es in Essen zu sehen war, verpackt sehr viel Text in den Liedern und dadurch wird die Handlung manchmal nicht vorangetrieben. Aber lässt man den Aspekt der großen, kommerziellen Bühne mal weg und betrachtet das Stück, in dem Rahmen, in dem es aufgeführt wurde, war es wirklich sehenswert. Eine berührende Geschichte, tolle Ensemblenummern, und Rollen, die den Darstellern Raum zum Entfalten bieten. Ich bin gespannt wo die Reise für dieses Stück hingehen wird und würde mich sehr freuen es noch einmal sehen zu können!

© Elsa Wehmeier

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