Harry Potter und das verwunschene Kind in Hamburg feiert endlich Premiere!

Was war das für eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Erst die große Neuigkeit, dass „Harry Potter und das verwunschene Kind“ als deutschsprachige Erstaufführung nach Hamburg kommen soll. Alle Fans und Interessierten konnten verfolgen wie das Theater am Großmarkt auf diese neue Produktion vorbereitet wurde und welch ein Aufwand sowohl in das Theater als auch in die Produktion selber geflossen sind. Dann stand im März 2020 die große Premiere bevor und ein kleines, mittlerweile sehr bekanntes Virus brachte alles zum Erliegen. Zwei Mal musste der Termin der Premiere verschoben werden. Wie diese Zeit für die Darsteller und alle Mitarbeiter rund um die Produktion war, mag man sich gar nicht ausmalen. Und dann endlich: der Termin für die Premiere stand fest: 05. Dezember 2021. Was im Sommer noch nach einer sicheren Nummer klang, wurde in den Tagen vor dem Premierenwochenenden wieder zu einer wackeligen Angelegenheit. Doch die Premiere und damit der Auftakt der Spielzeit dieser Produktion konnte gefeiert und zelebriert werden! Ich durfte am Samstag bei der Medienpremiere dabei sein und mir ein Bild von dieser neuen, großen Produktion in Deutschland machen.

© MANUEL HARLAN

Ich persönlich bin kein riesiger Harry Potter Fan. Aber natürlich bin ich mit den Büchern und Filmen aufgewachsen. Habe bei Harrys Abenteuern mitgefiebert und bin mit Ron, Hermine und Harry gemeinsam erwachsen geworden. In den letzten Jahren hatte ich kaum noch Berührungspunkte mit der zauberhaften Welt rund um Hogwarts und war gespannt, ob ich das Theaterstück verstehen würde. Ob mir noch alle Charaktere bekannt sein würden. Ob ich über Gangs und Referenzen auf die „Vergangenheit“ würde lachen können. Und ob mich ein Theaterstück wieder in diese besondere Welt würde entführen können.

Bei der Medienpremiere wurden beide Akte an einem Tag aufgeführt. Jeder Akt ist zeitlich gesehen ein vollwertiger Theaterbesuch. Und so hat man einen ganz schönen Marathon vor sich, wenn man beide Akte an einem Tag sieht. Jeder Akt hat eine kleine Pause von etwa 15-20 Minuten und zwischen beiden Akten gab es 2h, um die Erlebnisse und Geschehnisse auf der Bühne zu verdauen und sacken zu lassen.

Schon beim Betreten des Theaters wird man in eine magische Welt entführt. Die Umgestaltung ist wirklich gelungen und bereitet einen wunderbar auf das vor, was man auf der Bühne präsentiert bekommen wird. Schon in den ersten Szenen standen mir die Tränen in den Augen – schlicht und ergreifend, weil ich aus tiefster Seele so glücklich war, dass so große Produktionen endlich wieder möglich sind. Ein großes Ensemble, auf einer großen Bühne, die technisch alles bietet, was man so auffahren kann. Talentierte Menschen, die alles geben und so lange auf diesen Moment warten mussten. Dieses Kribbeln im Bauch und die Neugierde neue Bühnenstücke wieder live vor Ort erleben zu können. Allein das war schon magisch.

© MANUEL HARLAN

Was dann auf der Bühne geboten wurde, war einfach fantastisch. Die Geschichte von Harry, Ron, Hermine ihren Kindern und alten sowie neuen Weggefährten ist spannend, schlüssig, macht Spaß und nimmt die Zuschauer mit auf eine nostalgische Reise in die Zeit der ersten Harry Potter Bücher. Obwohl auf der Bühne nicht Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint stehen, sieht, hört und erlebt man die drei Charaktere aus den Büchern. Gleiches gilt auch für Draco Malfoy, Minerva Mcgonagall, Severus Snape und die weiteren Charaktere, die auf der Bühne auftauchen.

Das, was auf der Bühne geboten wird, ist zudem mehr als ein Theaterstück. Es wird mit Effekten, Musik, Licht und Tricks aller Art gearbeitet, um die spannende Geschichte genauso zauberhaft auf die Bühne zu bringen wie die Filme auf die Kinoleinwand. Es wird nichts ausgespart: es gibt Rückblicke in Harrys Kindheit, Verwandlungszauber auf der Bühne und sogar einen Patronus.

Während beiden Akten wurde ich in die Welt von Harry, seinem Sohn Albus und Hogwarts entführt. Trotz der Länge gab es kaum Stellen, die sich gezogen haben, im Stück. Ich verstand die Witze und Referenzen auf „alte Geschichten“ und Charaktere. Und wurde voll abgeholt. Auch Alex, mein Freund, der mich begleitete, war begeistert.

© MANUEL HARLAN

Am Ende dieses Theatermarathons waren wir natürlich ganz schön k.o.. Ich würde jedoch nicht sagen, dass es besser wäre sich die zwei Akte auf zwei Tage aufzuteilen. Denn ob man bei diesem Cliffhänger gut schlafen kann, ist nicht garantiert. Unterm Strich ist dieses Theatererlebnis etwas ganz neuartiges gewesen. Eine so große Produktion mit einem so langen Stück und dann auch „nur“ ein Theaterstück, gab es bisher in Deutschland nicht. Dieses ganze Erlebnis ist jedoch nur zu empfehlen. Auch wenn man natürlich dazu sagen muss, dass die Tickets nicht günstig sind. Vor Ort versteht man die Preise. Aber unterm Strich bleibt es natürlich verdammt viel Geld. Wer aber eine Verbindung zu Harry und seiner Geschichte hat und Lust auf und Interesse an einer richtig tollen und neuartigen Theaterinszenierung hat, der sollte sich überlegen, ob er nicht doch auf die Tickets und die Reise nach Hamburg sparen möchte.

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