Jesus Christ Superstar in Concert im Theater am Marientor

Kurz vor Ostern plöppen sie überall auf: die Jesus Christ Superstar Produktionen! Ob in Wien, Köln oder Duisburg – alle nutzen den österlichen Aufhänger, um dieses Musical mal als Show mal als konzertante Aufführung auf die Bühne zu bringen. Auch wenn es schon viele Jahre her ist, dass ich dieses Musical in Tecklenburg live erleben durfte, habe ich doch positive Assoziationen mit diesem Stück – insbesondere mit der Musik! Auch in Duisburg wird dieses Musical zur Zeit als Konzertversion aufgeführt. Für mich klang es sehr spannend – zum einen mal wieder die Musik live, aber auch mal ein Musical als Konzertversion erleben zu dürfen. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass ich bei der Premiere im Theater am Marientor dabei sein durfte.

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© Frank Altmann

Noch bevor die Show losging trat Wolfang DeMarco, Direktor des TaMs und Produzent des Konzerts, sichtlich stolz auf die Bühne. Er macht deutlich, dass die Premiere mehr als der Auftakt der kurzen Spielzeit von Jesus Christ Superstar sei. Vielmehr sei sie der Start für eine neue Ära im Theater, in der vor allem auf Eigenproduktionen gesetzt werden solle. Ein spannendes Vorhaben, von dem man sich bereits Ende des Jahres überzeugen kann, wenn Wallace – das Musical dort Weltpremiere feiern wird. Aber nun erstmal zu Jesus Christ Superstar:

Der Vorhang hob sich und ich war wirklich überrascht von dem Bühnenbild. Es gab mehrere Ebenen, eine Projektionsfläche, eine Treppe und viele Lichtinstallationen. Für die kurze Spielzeit wurde hier wirklich einiges aufgefahren. Das Orchester, bestehend aus 12 Mitgliedern der Kölner Symphoniker, schmiegte sich wunderbar in das Gesamtkonzept ein.

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© Frank Altmann

Und dann ging es los. Die Inszenierung war nicht rein in Konzertform. Es gab Choreographien, Schauspiel, „Kostüm“wechsel und viel Interaktion zwischen den Darstellern. Auch wenn ich bisher noch keine reine konzertante Version eines Musicals erlebt hatte, war ich doch überrascht wie viel Show-Charakter die Version in Duisburg hatte. Insgesamt fiel es mir aber dennoch nicht ganz so leicht der Geschichte zu folgen. Die Lieder wurden zu meiner Überraschung auf englisch gesungen (aus mir unerklärlichen Gründen hatte ich mit einer deutschen Version gerechnet) und insgesamt ging alles sehr schnell. Was wiederum auch den Vorteil hatte, dass es sehr kurzweilig war.

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© Frank Altmann

Insgesamt standen 19 Darsteller auf der Bühne, die mit viel Herzblut und Engagement die Lieder und Geschichte präsentierten. Leider war das Leistungsgefälle im Cast sehr groß, sodass es nicht sehr homogen wirkte. Persönliche Highlights von mir waren Dionne Wudu als Maria Magdalena und Benedikt Ivo als Simon. Dionne Wudu hat eine unglaublich tolle und interessante Stimme. Mit viel Wärme und Gefühl präsentierte sie ihre Songs und beim Schlussapplaus merkte man, dass sie an diesem Abend viele Menschen berührt hatte. Benedikt Ivo hatte als Simon einen Songs, in dem er sein ganzes Talent gezeigt und mich wirklich begeistert hat! Patrick Stanke als Jesus war für mich eine nachvollziehbare, jedoch keine Idealbesetzung. Mit seiner Leidenschaft, seinem schauspielerischem Talent und seiner tollen Stimme beeindruckte er in weiten Teilen. In den Höhen kam er jedoch des Öfteren an seine Grenzen. Andrea Matthias Pagani als Judas konnte die schwierigen Höhen der anspruchsvollen Songs besser meistern, konnte mich aber dennoch nicht hunderprozentig überzeugen.

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© Frank Altmann

Eine Sache hat mich an der gesamten Inszenierung sehr gestört. Die Darsteller traten in Jogginghose, bunten T-Shirts und Zipper-Jacken auf. Ich hatte dadurch die ganze Zeit Gefühl eine Probe zu besuchen und keine Premiere. Die legeren Klamotten konnte ich mir weder im Zusammenhang mit dem Stück, noch der Inszenierung oder der Geschichte erklären. Sehr schade, da es so insgesamt an Wertigkeit verlor. Wie auf den Fotos zu erkennen ist, scheinen einige nun auf Jeans umgestiegen sein, was für mich definitiv schon eine deutliche Verbesserung zu den Jogginghosen ist!

Insgesamt war für mich dieser Konzertabend nicht rund. Es war viel Potential da durch die technische Ausstattung und den motivierten Cast. Aber dadurch dass es irgendetwas zwischen Konzert und Show war und ich durch die Kostüme das Gefühl hatte bei einer Probe zu sein, war es für mich im Gesamten nicht in sich stimmig.

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