Mein persönlicher Abschied von Disneys Musical Tarzan

An diesem Wochenende wird in Oberhausen die letzte Vorstellung von Tarzan gespielt. Eigentlich unfassbar, dass dieses Musical nach 10 Jahren nun eingestellt wird. Tarzan hat für mich eine ganz besondere Erfolgsgeschichte geschrieben. Angefangen hat diese mit der Casting-Show „Ich Tarzan, Du Jane“, die auf Sat1 lief. Damals (als ich noch Fernsehen geschaut habe), habe ich mich total über dieses Format gefreut: endlich mal etwas musicalspezifisches im Fernsehen, endlich mal eine Castingshow mit richtigen Talenten und endlich mal ausnahmslos gute Auftritte von den teilnehmenden Kandidaten. Es war eine erfrischende und qualitativ hochwertige Show, von der ich gerne mehr im deutschen Fernsehen gehabt hätte.
Und dann hatten wir die Gewinner: ein junger, talentierter, schwedischer Blondschopf und eine zauberhafte, vielversprechende und ebenso talentierte Jane. Premiere feierte Tarzan dann im Hamburg. Doch so richtig konnte ich es mir nicht vorstellen: Menschen, die Affen spielen – das kann auch ganz schön lächerlich aussehen. Und wie sollen die Affen und Tarzan überhaupt von Liane zu Liane schwingen?

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Tja, aber bei meinem ersten Besuch von Tarzan wurde ich direkt verzaubert. Der Disney-Film wurde auf eine faszinierende Art und Weise umgesetzt. Es wurden Elemente aus dem Film herausgestrichen (wie die Elefanten) ohne jedoch die Geschichte zu zerpflücken. Es wurde das Elementare dieser Geschichte in den Fokus gestellt und das ist die Botschaft und das große Thema Familie. Dieses Musical wurde mit viel Liebe gestaltet. Denkt man nur an den Moment wie Baby-Tarzan zu Klein-Tarzan wird – irgendwie magisch.

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Nach Hamburg ging es für Tarzan nach Stuttgart. Und ich konnte nicht widerstehen eine Reise in den Süden Deutschlands zu unternehmen, um mir Tarzan auch dort anzuschauen. Und wie immer hatte es sich gelohnt. Ich durfte Jan Ammann als Kerchak erleben und einen wahnsinnig guten kleinen Tarzan!
Ihr merkt schon – seit meinem ersten Besuch war ich von Tarzan fasziniert. Dann könnt Ihr Euch auch sicher gut meine Reaktion vorstellen als ich erfahren habe, dass Tarzan nach Oberhausen, nach NRW, ganz nah zu mir kommen würde. Ich habe mich so unglaublich gefreut! Auch wenn ich schon befürchtet hatte, dass dies die letzte Station für dieses wunderbare Musical sein würde. Denn mit einem Umzug nach West-Deutschland ist Tarzan überall gewesen; im Norden gestartet, im Süden und im Westen. Berlin käme als Spielstätte nicht in Frage, da das Theater des Westens zu klein ist und noch mal nach Hamburg oder Stuttgart würde Tarzan sicherlich nicht gehen. Aber ich wollte daran gar nicht so viele Gedanken verschwenden, sondern lieber die Zeit mit Tarzan an meiner Seite genießen.

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Und dann habe ich meinen Blog gestartet. Und für mich haben sich im Metronom Theater Türen geöffnet, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte. Ich durfte bei den Proben reinschnuppern, auf die Premiere, Backstage und auf einige Events.dscf2577 Ich wurde schon als Tarzan-Botschafterin gehandelt, weil ich so viel aus Oberhausen berichtete. Aber mit jedem Besuch habe ich mir einen Traum erfüllt und konnte gleichzeitig Euch ganz besondere Eindrücke bescheren.
Und dann kam die Nachricht, dass Tarzan im September 2018 seine letzte Show spielen würde. Ich hatte gehofft, dass dieses Musical in Oberhausen ein bisschen länger durchhält. Aber nun ist Schluss.

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Da ich, wie Ihr ja wisst, seit Ende Juli in Tokyo bin, musste ich meinen persönlichen Tarzan-Abschied also vorziehen. Tarzan war das letzte Musical, das ich vor meiner Abreise gesehen habe und ich habe noch nie so viel während eines Musicals geweint(ich könnte glatt schon wieder anfangen). Eigentlich bescheuert, denkt sich wahrscheinlich ein Außenstehender, aber es ist halt kein Film, den man jeder Zeit wieder anschauen kann.IMG_6712 Es ist auch kein Theaterstück, dass irgendwo sicher noch mal gespielt wird. Es ist ein hoch technisches, akrobatisches und damit teures Musical, was sicherlich in den nächsten 10-15 Jahren, wenn nicht sogar für immer, nicht mehr in Deutschland zu sehen sein wird. Und diese Erkenntnis gepaart mit meinen ganzen Erinnerungen und meiner Begeisterung für dieses Stück, haben mir den Abschied wirklich schwer gemacht. Ich liebe die erste Szene, wenn das Schiff untergeht und Tarzans Eltern sich im Wasser und am Strand retten, ich liebe die Stimmung, wenn die Affen das erste Mal durch den ganzen Saal schwingen…ich liebte es. Und da konnte ich meinen Tränen nicht Einhalt gebieten. Zwischendurch ging es immer mal wieder und den Schlussapplaus habe ich dann durchgeweint – denn das war das Ende…mein Ende mit Tarzan.
Auch jetzt steht mir das Wasser wieder in den Augen und eigentlich bin ich gar nicht so nah am Wasser gebaut. Diese letzte Show war wirklich ganz fabelhaft! Ich hatte einen tollen Cast mit Rune als Tarzan (mein erstes Mal mit ihm) und Andreas Lichtenberger als Kerchak, den ich auch bei meinem aller ersten Besuch in dieser Rolle schon erleben durfte. Ich habe also das Beste aus dem Abschied herausgeholt.

Und ich wünsche allen, die bei der Dernière sind, eine tolle, emotionale und einmalige Show. Macht Eure Herzen noch einmal auf und saugt alles ein! Ich würde mich übrigens sehr freuen, wenn Ihr mir von den Dernière berichten würdet. Entweder hier als Kommentar, getaggt in Euren Instagram-Storys oder als Nachricht auf Facebook oder Instagram.

JPG 72 dpi (RGB)-Anton Zetterholm

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