Michael Kunze – A Musical Tribute im Ebertbad in Oberhausen

Michael Kunze – ein Name, eine Persönlichkeit, bei der wohl jeder eingefleischte Musicalfan als erstes ein anderes Musical im Kopf hat. Unfassbar viele, erfolgreiche und tolle Musicals hat Michael Kunze geschaffen, gestaltet und seine persönliche Note verliehen. Ob man als erstes Elisabeth, Tanz der Vampire oder Mozart im Kopf hat, ist völlig egal. So oder so ist es ein Weltklasse-Stück. Ich würde mal behaupten den meisten Musicalbegeisterten ist der Name und die Persönlichkeit Michael Kunze ein Begriff. Aber neben seiner Arbeit im Genre Musical, prägte er auch die Schlager- und Popszene mit seinen Texten. Wer kennt nicht Ohne dich (schlaf ich heut Nacht nicht ein) oder Du von Peter Maffay?

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An diesem Konzertabend erwarteten mich also Songs aus der Feder von Michael Kunze. Allein der Flyer zur Show las sich schon wie ein Gedicht für jeden Musicalfan: DownloadElisabeth, Rebecca, Tanz der Vampire… Doch damit nicht genug. soundofmusic hat mal wieder erstklassige Darsteller für diesen Konzertabend gewinnen können: Roberta Valentini, Kerstin Ibald, Michaela Schober, Jan Ammann und Odeo Kuipers. Begleitet wurden die Sänger von der wunderbaren Marina Komissartchik am Flügel. Dass für dieses Konzert eine musikalische Begleitung nur am Flügel gewählt wurde, fand ich mehr als passend. Der Fokus wurde nicht auf große Arrangements gelegt, sondern auf die Texte und somit dem eigentlichen Schaffen Michael Kunzes. Ein weiterer Effekt war eine fast schon intime Stimmung im Ebertbad. Zu keiner Zeit vermisste man weitere Musiker, da Marina Komissartchik es mal wieder schaffte problemlos ein ganzes Orchester zu ersetzen. Was sie an diesem Abend leistete war für mich Weltklasse. Sie war die ganze Zeit auf der Bühne, spielte ohne Pause und kreierte mit ihrem Spiel jeder Zeit eine tolle Atmosphäre.

Das Konzert begann mit mehreren Songs aus Rebecca. Kerstin Ibald übernahm hier die Gesangsparts von Mrs. Danvers. Für mich eine tolle Abwechslung diese Songs mal von jemand anderen als Pia Douwes zu hören. Und Kerstin hat mich wirklich begeistert. Sie hat eine ganz andere Stimmfarbe als Pia, generell hob sie sich auch deutlich von Roberta und Michaela ab. Aber dies ist keinesfalls negativ gemeint. Sie hat mich wirklich begeistert an diesem Abend. Vor allem bei Rebecca hatte ich die ein oder andere Gänsehaut…

Auch Michaela Schober begeisterte mich an diesem Abend. Sie hat wirklich eine zauberhafte Stimme und ist unfassbar wandelbar. Wer überzeugend sowohl Mrs. van Hopper als auch das Ich singen und spielen kann, hat einiges auf dem Kasten.

Wirklich sehr gefreut habe ich mich an diesem Abend auf Oedo Kuipers. Vor 1,5 Jahren durfte ich ihn als Mozart in Wien erleben. Bereits da hatte er mich weg gehauen. Nun ist seither einige Zeit verstrichen und ich war gespannt wie er mir auch in anderen Rollen und mit anderen Songs gefallen würde. Und…was soll ich sagen: Gibt es etwas, was dieser unfassbar talentierte junge Mann nicht singen kann? Sei es Mozart, Jack Favell, Rudolf, Alfred…er schaffte es die jeweilige Stimmung zu transportieren, die Geschichte zu erzählen und in Perfektion zu singen. Diese Stimme! Ich bin hin und weg und plädiere für eine Solo-CD und mehr Auftritte in meiner Nähe <3

Roberta Valentini verzauberte mich mal wieder an diesem Abend. Besonders gefreut habe ich mich, dass sie „Nichts, nichts, gar nichts“ gesungen hat. Sie hatte mir als Elisabeth sehr gut gefallen und es war schön sie mal wieder ein paar Songs aus diesem wunderbaren Musical singen zu hören. Neben ihrem tollen Gesang, möchte ich noch hervorstellen was für zauberhafte Kleider sie an diesem Abend trug. Sehr geschmackvoll und einfach super schön!

Jan Ammann eröffnete den Abend mit Zauberhaft natürlich. Er weckte nicht nur tolle Erinnerungen an die Rebecca-Spielzeit in Tecklenburg bei mir, sondern schaffte es auch mich mit seinem Gesang in andere Welten zu entführen. Neben der Eröffnung durfte Jan auch den letzten Song im Programm singen: Die unstillbare Gier! Ihn dieses Lied nur mit Klavierbegleitung singen zu hören, war wirklich toll. Und endete natürlich mit Standing Ovation!

Ich hatte wiedermal einen tollen Konzertabend im Ebertbad. Die Schlager-Songs waren jetzt nicht so ganz mein Fall, gehörten aber dennoch dazu. Insgesamt war es kein Abend für „Musicalanfänger“. Es war keine leichte Kost. Das Konzert war minimalistisch mit dem Fokus auf Text und Gesang. Eine bestehende Verbindung zu den Liedern oder Darstellern war in gewisser Weise nötig, um den Abend beseelt genießen zu können.

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