Mozart – Das Musical in Wien

Zum ersten Mal habe ich Mozart 2008 in Tecklenburg gesehen. Die Inszenierung im Freilichttheater war mit Patrick Stanke , Ethan Freeman und Marc Clear.  Schon damals hat mir das Musical sehr gefallen und ich habe die Musik  in den letzten Jahren immer mal wieder gehört.

Als ich erfuhr, dass Mozart in Wien wieder auf die Bühne kommt und das mit einer sehr namenhaften Cast, wollte ich die Inszenierung des Stücks dort unbedingt sehen. So schön es in Tecklenburg auch ist, dieser typische Theater-Flair fehlt einfach und die Möglichkeiten zur Gestaltung der Bühne sind dort auch einschränkt.  Umso gespannter war ich auf Mozart – Das Musical in Wien!

Wie man es für einen Samstag Abend erwarten kann, hatten wir auch die  1. Besetzung auf der Bühne – zumindest bis auf Mark Seibert. Aber das wusste ich ja schon im Vorhinein. Nachdem ich jedoch zur Ausgabestelle der Besetzungsliste gestürmt bin und den Zettel in der Hand hatte, war ich zunächst geschockt. Nix mit 1. Besetzung. Kein Odeo Kuipers…Bei näherem Hinsehen, hat sich allerdings herausgestellt, dass ich die Liste vom Vorabend in der Hand hatte. Oedo war doch da…alles gut. Plätze einnehmen und genießen.

Die Inszenierung als Ganzes ist in Wien wirklich gut gelungen. Die Kostüme waren klasse und Mozart im Kontrast ganz modern und schlicht in weiß zu kleiden , war wirklich eine tolle Idee. Die Bühnenbilder waren schlicht, aber sehr eindrucksvoll. Die Projektionen haben super gewirkt. Mir ist insbesondere die Interaktion mit dem kleinen Amade positiv aufgefallen. Habe ich mich in Tecklenburg noch gefragt, was das Kind die ganze Zeit auf der Bühne macht, hätte ich es mir in Wien nicht mehr wegdenken wollen. Der Zwiespalt des Mozart wurde so deutlich auf die Bühne gebracht. Die Choreographien der Esemble-Nummern waren auch eindrucksvoll. Zum Schluss hat mich die Nummer „Mozart, Mozart“ noch einmal richtig geflasht.

 

Besetzung Samstag, 13.02.2016

Besetzung Samstag, 13.02.2016

Nun aber zu den Darstellern:

Colloredo wurde an dem Abend von Lucius Wolter gespielt. Nach meinen Recherchen die 3. Besetzung für die Rolle. Er hat es solide gemeister, aber die Rolle war nicht sehr präsent und hat deutlich mehr zu bieten.

Ana Milva Gomes als Baronin von Waldstätten war eine traumhafte Besetzung. Vermutlich ist bei „Gold von den Sternen“ kein Auge trocken geblieben. Sie spielte mit großer Einfühlsamkeit und sang mit ihrer bekannten Leichtigkeit.

Marc Clear als Leopold Mozart war eine Offenbarung. Eine Offenbarung dafür wie vielschichtig und präsent die Rolle des Vaters sein kann. Er hat wirklich alles aus der Rolle herausgeholt und mich schauspielerisch, aber auch gesanglich, sehr beeindruckt.

 

Barbara Obermeier als Nannerl Mozart spielte die Entwicklung von der kindlichen Schwester Mozarts zur vom Leben enttäuschten Frau überzeugend und glänzte auch bei ihren gesanglichen Auftritten.

Franziska Schuster als  Constanze spielt die selbstbewusste und freche Geliebte und spätere Ehefrau von Mozart. In den  Duetten mit Mozart zeigt sie ihre weiche Seite und  bei  „Irgendwo wird immer getanzt“ beweist sie, dass sie ordentlich Power in der Stimme hat.

Oedo Kuipers als Wolfgang Mozart ist die Neuentdeckung – nicht nur für die Vereinigten Bühnen Wien oder die deutschsprachige Musical-Landschaft, sondern auch für mich.  Der 26-Jährige spielt Mozart mit Leib und Seele. Legt alles was er hat in diese Rolle. Er liebt, er lacht, er leidet, ist zerrissen, ist hilflos, ist am Ende, springt, rennt, tanzt, windet sich und ist bei jedem Ton sicher. Dennoch wird deutlich, dass die Emotionen Vorrang haben.

Insgesamt sind die Rollen bis in die hinteren Reihen wirklich gut besetzt. Es war natürlich sehr schade, dass Mark nicht da war. Aber wie sage ich: Wenn er auch noch da gewesen wäre, wäre es zu gut gewesen 😉 Und noch einmal hätte ich es nach Wien nicht mehr geschafft. Es ist wirklich eine Schande, dass dieses tolle Stück mit dieser großartigen Inszenierung nur so kurz läuft. Selbst meinem Freund, der kein eingefleischter Musicalfan ist und der zuvor nur Starlight und Tarzan gesehen hat,  hat das Stück sehr gefallen. Gestern Abend habe ich ihn doch tatsächlich dabei erwischt wie er ein paar Mozart-Songs gehört hat.

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