Mozart – Das Musical auf DVD

IMG_20160617_200747104Eeeeeeeendlich! Sie ist angekommen! Nach der Enttäuschung, dass die DVD nicht wie erst angekündigt Ende April/ Anfang Mai erschienen ist, hat sie nun endlich ihren Weg in meinen DVD-Player gefunden 😀 Kaum 5h nach der Ankunft im Briefkasten, war der DVD-Abend organisiert und ich konnte ein 2.Mal Mozart – Das Musical genießen. Diesmal mit kompletter 1. Besetzung, leckeren Snacks und auf dem Sofa :)

 

Mozart ist das erste Musical, das ich auf DVD gesehen habe…Wobei…ich erinnere mich dunkel, dass ich als kleines Kind mal CATS auf Videokassette gesehen habe…aber das kann ich auch geträumt haben 😀 Ich war auf jeden Fall total gespannt: Wie wirkt das Stück über den Fernseher? Wie gut sind Bild- und Tonqualität? Wurde alles in der Totalen aufgenommen oder verschiedene Perspektiven eingefangen? Und eine der wichtigsten Fragen: Wie ist Mark Seibert als Colloredo? (Als ich in Wien war, war er ja leider wieder woanders unterwegs gewesen).

Die DVD war da und nachdem meine Mama und meine Patentante da waren, die Schnittchen auf dem Wohnzimmertisch standen und der Aperol-Spritz zusammengemixt war, konnte es endlich losgehen!!

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Und ich muss sagen die DVD ist durchaus gelungen. Bild- und Tonqualität sind ausgezeichnet. Jedoch gibt es leider ein paar Abstriche beim Schnitt. Ich fand es toll, dass es immer wieder Close-Up-Aufnahmen gab und Szenen aus verschiedenen Perspektiven gezeigt wurden. Positiv ist mir dabei aufgefallen, dass man das Ensemble ganz anders wahrnimmt und man sieht mit wieviel Liebe zum Detail bis in die letzte Reihe gearbeitet wurde. Negativ war, dass die Schnitte teilweise zu schnell hintereinander kamen und insbesondere bei den Close-Aufnahmen die Lippen-Synchronität nicht gegeben war. Teilweise wurden stilistische Mittel genutzt, die in dem Moment meiner Meinung nach keinen Sinn gemacht haben. Beispielsweise: Warum nimmt man eine Close-Aufnahme von Thomas Borchert, wenn er Schließ dein Herz in Eisen singt und lässt diese dann verschwimmen, wenn man ihn im nächsten Moment wieder in der  Halbtotalen komplett scharf zeigt? Ich hatte teilweise das Gefühl, dass man sich beim Schnitt nicht in die Rolle des Musicalbesuchers eingefühlt hat, der es gewohnt ist in seinem eigenen Tempo seine gewünschten Bilder auf der Bühne einzufangen.

Dennoch ist das Musicalfeeling auf mich übergesprungen. Auch wenn ich im Wohnzimmer und nicht im Theatersaal saß, hatte ich Gänsehaut, Pippi in den Augen und man hat vor Konzentration auf das Stück teilweise das Atmen vergessen. Auch über die DVD schafft es das Stück einen in seinen Bann zu ziehen. Wozu die grandiosen Darsteller auch ihren Beitrag leisten.

Als Mozart war natürlich Oedo Kuipers zu sehen. Wie schon live hat er auch auf der DVD mehr als nur überzeugt. Er ist stimmgewaltig, sicher und leidenschaftlich dabei.

Sein Vater wurde von Thomas Borchert gespielt. Als ich in Wien war, spielte bereits Marc Clear diese Rolle, da Thomas Borchert schon für Evita proben musste. Für die Aufnahme ist er allerdings zurück gekehrt.  Wie man es von ihm gewohnt ist, spielt er seine Rolle sicher und souverän. Singt einwandfrei und überzeugend. Mich hat Marc Clear jedoch mehr überzeugt. Er spielte intensiver und mit viel Emotion und hat so die Zerrissenheit des Vaters besser transportiert.

Als Mozarts Schwester Nannerl war Barbara Obermeier zu sehen. Auf der DVD war sie mir viel präsenter als ich sie zuvor im Theater erlebt hatte. Vielleicht lag es an den Close-Aufnahmen bei ihren Soli.

Mozarts Ehefrau wurde von Franziska Schuster dargestellt. Wie auch schon im Theater hat sie mir ausgesprochen gut gefallen. Facettenreich, stimmgewaltig und immer auf den Punkt.

Ana Milva Gomes schafft es einem auch über den Fernseher Gänsehaut zu bereiten. Sie ist wirklich eine exzellente Besetzung für diese Rolle gewesen.

Und nun zu Mark Seibert als Colloredo. Lecker 😀 Nicht nur optisch ist er ein echter Hingucker, sondern überzeugt sowohl schauspielerisch als auch gesanglich. Wieder eine Rolle, in der der sonst so charmante Mark zeigen kann, dass er auch anders kann. Er ist tonsicher in jeder Sekunde, egal wie stark er sich in seinen Zorn hineinsteigert. Mich hat er in dieser Rolle sehr überzeugt.

Auch die Bühnenbilder und die Stimmung, die durch das Spiel aus Licht und Choreographien erzeugt wird, wird auf der DVD gut eingefangen. Teilweise sind Darsteller ein wenig überlichtet, was aber einfach an den Spots liegt und daran, das ja alles auf den Theaterbesuch und nicht die Aufnahme einer DVD ausgelegt war.

Mein Fazit ist, dass sich die Anschaffung dieser DVD bzw. Bluray wirklich lohnt. Sie ist nicht perfekt, aber eine schöne Erinnerung an dieses wirklich großartige Stück. Wer es nicht nach Wien geschafft hat oder es nicht nach Duisburg oder Shanghai schaffen wird, hat so die Möglichkeit sich das Stück anzuschauen. Und für alle anderen, die es gesehen haben, ist es wirklich schön, diesen Musicalbesuch bei sich zu Hause im Schrank stehen zu haben und jeder Zeit noch einmal genießen zu können. Apropos Musicalbesuch: Die Rezension zu meinem Mozart-Besuch findet ihr hier: Mozart – Das Musical in Wien.

Habt Ihr Euch auch die DVD bestellt und schon gesehen? Schreibt mir gerne als Kommentar wie sie Euch gefallen hat. Ich bin gespannt wie Ihr sie findet 😀

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