Oedo Kuipers: Musicals Hautnah in Dortmund

Im Oktober war ich auf dem Michael Kunze – A Musical Tribute Konzert im Ebertbad und unter anderem stand dort Oedo Kuipers auf der Bühne. Genau wie als Mozart in der Wiener Neuinszenierung des gleichnamigen Musicals überzeugte er mich mit seiner Stimme, seiner Ausstrahlung und seinem Talent. Bei diesem Konzert hatte ich das Gefühl, dass er alles singen kann und es auch gleichzeitig schafft bei einem kurzen Auftritt die Geschichte und die Emotionen des jeweiligen Songs zu vermitteln. Ein paar Tage später schrieb mir meine Mutter, dass Oedo im Januar ein Solo-Konzert in Dortmund geben würde. Eigentlich stellte sich nach dem Konzert nicht mehr die Frage, ob wir gehen. Von daher wurden Karten gekauft und es ging für uns nach Dortmund.

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Das Konzert fand in einem kleinen Theater in Dortmund statt mit etwa 200 Sitzplätzen. Musicals Hautnah war also ein wirklich passender Titel für dieses Konzert. Einige Oedo-Fans waren angereist, um dieses intime Konzert erleben zu können. Zuvor stand er mit diesem Programm bereits in Wien und Hamburg auf der Bühne.

Im ersten Teil des Konzertes sang Oedo überwiegend Musicalsongs. Songs, die ihn auf seinem bisherigen Weg zum und als Musicaldarsteller begleitet haben. Es waren daher nicht unbedingt Songs aus Stücken, die er bereits gespielt hat, sondern auch einige Lieder, die er während seines Studiums gesungen hat oder von Rollen, die er auch gerne mal spielen möchte. Songs aus West Side Story, Mozart, Jesus Christ Superstar waren dabei, aber auch einige Lieder, die nicht schon viele viele Male auf Konzerten gesungen wurden. Insbesondere durch die Auswahl dieser teilweise unbekannteren Songs wurde die Handschrift von Oedo deutlich und das Konzert hob sich von anderen Musicalkonzerten ab. Neben den Songs erzählte Oedo Anekdoten aus seinem Leben als Musicaldarsteller. Sehr schön fand ich die Geschichte darüber wie er zum ersten Mal sein Idol Drew Sarich traf und ganz eingeschüchtert nach einem gemeinsamen Foto fragte. Kaum waren 2 Jahre verstrichen war Oedo auf seiner Silvesterparty eingeladen. Diese kleine Geschichte verdeutlicht wie schnell Oedo im Musicalbusiness Fuß gefasst hat und auf welchem hohen Niveau er sich ganz schnell etablieren konnte.

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© Dietmar Bock

Im zweiten Akt wurde es etwas poppiger. Was ich zuvor auch gar nicht so auf dem Schirm hatte ist, dass Oedo bereits ein Solo-Album veröffentlicht hat. Es handelt sich dabei nicht um ein Album mit Musicalsongs (Wie er erzählte, hätte er darauf auch nicht so viel Lust), sondern ein Album mit Popsongs, die neu arrangiert und interpretiert wurden. Besonders toll fand ich Chandelier und 1000 Years.

Als sich das Ende des Konzerts so langsam ankündigte, wurde ich dann doch etwas stutzig. Oedo hatte noch gar nicht Ich bin Musik gesungen. Schon nach dem Michael Kunze Tribute Konzert war ich etwas traurig gewesen, dass er dieses Lied nicht gesungen hatte. Aber bei seinem Solo-Konzert hatte ich doch fest damit gerechnet. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte er auch einfach nur dieses Lied singen können 😉 Aber ich hatte Glück, denn als zweite Zugabe gab es dann doch nicht Ich bin Musik – auch wenn ich es etwas schade fand, dass das Publikum mehr gesungen hat als Oedo selber.

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© Dietmar Bock

Oedo und Miri

Ich hatte bei diesem Konzert einen wirklich schönen Abend und es war toll mal einen jungen Darsteller auf diese Art und Weise zu erleben. Ich fand es erfrischend, dass nicht wie auf den Konzerten der altbekannten Musicalstars gefühlt jede Anekdote und jeder Satz durch konzipiert war, sondern wir Oedo so erleben konnten wie er ist. Und es zeigte sich, dass wohl auch in ihm ein Lausbube steckt, der sich vermutlich auch nicht an ein starres Konzept halten würde.

Im Anschluss an das Konzert gab Oedo noch Autogramme und machte Fotos mit seinen Fans. Bereits im Vorfeld hatte ich mit Peter Stassen ein Interview vereinbart, dass wir trotz der späteren Stunde noch machten. Für mich eine gelungene Abrundung dieses Abends.

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