Premiere von Josh Strickland als Tarzan im Metronom Theater Oberhausen

Ich hatte das große Vergnügen am vergangenen Dienstag bei der offiziellen Premiere von Josh Strickland dabei zu sein. Ich durfte mir nicht nur die Show ansehen, sondern nach der Premiere Josh noch kurz treffen und mit ihm ein kleines Interview machen. Ihr könnt Euch also vorstellen, dass in mir ein Mix aus Vorfreude und Aufregung geherrscht hat. Ich habe mich total auf die Show gefreut, da ich ja ein absoluter Tarzan-Fan bin und auch darauf Josh noch treffen zu dürfen. Aber besonders das anstehende Treffen und Interview (auch noch auf Englisch) haben mich auch ganz schön aufgeregt gemacht. Die Vorfreude hatte aber deutlich Überhand und so ging es dann Dienstag Abend in den Oberhausener Dschungel.

TARZAN_Prio1_Szenenmotiv_3500x2320px

Eine Rezension über die neue Tarzan Inszenierung in Oberhausen und auch über die Premiere, habe ich ja schon veröffentlicht im November letzten Jahres.  Deswegen werde ich mich dazu (zumindest versuchen) etwas kürzer zu halten als sonst.

Dass Tarzan zu einem meiner Lieblingsmusicals gehört, ist denke ich bei Euch schon angekommen, deswegen entschuldigt, wenn ich manchmal ein bisschen in Euphorie verfalle 😉 Für mich ist die Inszenierung in Oberhausen wirklich gelungen. Ich mag das neue, bunte Bühnenbild und wie der gesamte Saal zum Dschungel wird. Diesmal saß ich in der dritten Reihe und habe es zwischendurch fast vermisst, etwas weiter hinten zu sitzen und einen besseren Überblick über die Affen zu haben, die sich durch den kompletten Saal schwingen. Die Plätze soweit vorne waren aber natürlich aller erste Sahne und ich hatte so die Chance jede kleine Mimik und Gestik sehen zu können.

An dem Abend spielte (fast) die komplette Erstbesetzung: Tessa Sunniva van Tool als Jane, Sabrina Weckerlin als Kala, Patrick Stanke als Kerchak, Clayton Sia als Terk und natürlich Josh Strickland als Tarzan. Wenn man das liest, liest man Namen, die für Qualität stehen. Ich weiß nicht, was Sabrina macht, aber wenn sie die Bühne betritt und die ersten Töne singt, kann ich direkt mein Taschentuch rausholen. Auch ihr Schauspiel mal so aus der Nähe erleben zu können, war ein Wahnsinns-Erlebnis. Clayton Sia hat mich als Terk total begeistert. Ein bisschen hat er mich an Rommel Singsong erinnert. Tessa hatte mein Herz ja schon bei den Probeneinblicken im letzten Jahr erobert und auch auf der Bühne, macht sie weiterhin einen hervorragenden Job. Es ist wirklich erstaunlich was für eine Stimme aus dieser zarten Frau herauskommt.TARZAN_Prio2_Szenenmotiv_3500x2335px

Kommen wir aber nun zu dem Mann des Abends: Josh Strickland. Ich gehöre ja auch zu den Menschen, die sagen ,,Muss man die Rolle der Jane mit einer Holländerin besetzen? Und muss Tarzan von einem Amerikaner gespielt werden? Was ist mit unseren deutschen Talenten, die auch der deutschen Sprache mächtig sind?“. Dass sich Josh, als Ur-Tarzan, toll vermarkten lässt, steht natürlich außer Frage. Auch nach der Pressevorstellung war ich skeptisch. Bei seiner Gesangseinlage hat er mich überhaupt nicht vom Hocker gehauen. Auch wenn ich da schon überrascht war wie gut sein Deutsch ist. Ich war also sehr gespannt, ob der Ur-Tarzan tatsächlich anders, besonderer, toller sein kann als die, die ich bisher gesehen habe. Und ich muss zugeben: Ja, kann er. Wie hat meine Patentante gesagt ,,Josh spielt den Tarzan so, dass man das Gefühl hat, dass er sich noch nie im Spiegel gesehen hat.“ Sprich er kennt und erkennt sich selbst nicht – und ist es nicht genau das, worum es geht? Joshs Interpretation des Tarzans ist deutlich wilder und animalischer. Er schafft es aber gleichzeitig ihn verunsichert und sanft darzustellen. Dies wird durch seine recht hohe, aber dennoch kraftvolle Stimme unterstützt. Ihr merkt schon – mich hat er überzeugt! Ich war wirklich geflasht, zumal ich auch mit einer kritischen Einstellung in die Show gegangen bin. Nur noch ein paar Worte zum Thema Akzent: Meiner Meinung nach hat er kaum noch einen. Sicherlich wird er nie so deutsch klingen wie ein Alexander Klaws, aber man hört kein „amerikanisches R“ und auch das deutsche „ch“ geht ihm nahezu perfekt über die Lippen. Nach einem schwedischen und italienischen Tarzan, haben wir nun also auch einen amerikanischen. Schaut ihn Euch an und macht Euch einfach Eurer eigenes Bild 😉

TARZAN_Prio1_Szenenmotiv_3500x2334px

Als die Show zu Ende war, war ich wirklich geflasht. Es waren viele Freunde, Familienangehörige und auch Vertreter von Disney im Publikum und dadurch herrschte eine unfassbare Stimmung. Ich bin also völlig elektrisiert aus dem Saal gekommen und musste mich dann noch einmal ein bisschen sammeln für das Interview. Josh ist aber wirklich sehr nett und sympathisch – irgendwie auch total amerikanisch. Und er konnte sich sogar noch an mich erinnern. Auf meine Fragen hatte er natürlich immer sofort eine Antwort parat und als ich ihm sagte, dass er ja kaum noch einen Akzent hat, musste er doch kurz schmunzeln und wollte es nicht so richtig glauben.

Für die, die nicht so fit in Englisch sind oder für die seine Antworten einfach zu schnell waren, gibt es hier jetzt noch die schriftliche, deutsche Version :)

Würdest Du sagen, dass sich Tarzan – Disneys Musical seit seiner Uraufführung am Broadway weiterentwickelt hat?

Es ist eigentlich komplett anders. Es ist so wundervoll zu sehen, dass hier so eine schöne Inszenierung konzipiert wurde. So wie es sich die Macher von Beginn an vorgestellt hatten. Wir hatten so viel Spaß diese Show zu kreieren und dann zu sehen wie lebendig die Show hier in Deutschland ist, ist wirklich etwas besonderes. Die Show ist hier von Stadt zu Stadt weiter gezogen und macht nun Halt hier in Oberhausen, in einem Theater, was nicht besser sein könnte für Tarzan. Und das zu sehen und mitzuerleben ist wirklich unglaublich. Die Show ist wunderschön, sie ist atemberaubend – die Geschichte war immer da – sie war und ist großartig – und hier in Oberhausen passt alles perfekt.

Wie ist die Atmosphäre Backstage? Ist es hier anders als am Broadway?

Die Backstage-Atmosphäre ist im Grunde überall gleich auf der Welt. Wir alle lieben was wir tun. Und alle haben so viel Spaß und genießen, was sie tun. Wir wollen alle hier sein, um zu tanzen, zu singen und eine Geschichte zu erzählen. Und die Cast hier ist wirklich unglaublich. Alle sind so wunderbar und so nett. Wir haben einfach eine wunderbare Zeit zusammen und tun was wir lieben. Und das macht es wirklich besonders.

Wie kannst Du Dir erklären, dass Tarzan am Broadway nicht so erfolgreich war und in Deutschland ein absoluter Dauerbrenner ist?

Manchmal braucht eine Show einfach seine Zeit. Zusammen mit Stage Entertainment und Disney Theatrical Productions war es möglich eine Show zu erarbeiten und zu kreieren, die funktionieren kann. Und das ist etwas besonderes. Die Show lief eigentlich ganz gut in New York…aber ich denke, dass es für so eine Show den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Ort bedarf. Um die Show auch so umsetzen zu können wie man es sich vorstellt. In New York waren wir sehr limitiert. Wir hatten Balkone und wir konnten das Theater an sich nicht verändern. Es sind ja sehr alte Theater. Wir hatten also wirklich einige Einschränkungen. Und hier in Deutschland, mit den wirklich tollen Theatern, war es möglich so viel mehr zu tun. Und das ist was die Produktionen hier in Deutschland von der Version am Broadway abhebt.

Du hast jetzt schon kaum noch einen Akzent. Wie schwer war es die deutschen Texte zu lernen?

Weißt du…ja, es hat schon ein bisschen gedauert bis ich rein gekommen bin. Ich wollte sicher stellen, dass die Show so gut sein wird wie sie einfach ist. Ich habe 6 Monate bevor ich nach Oberhausen gekommen bin angefangen zu üben. Und Tag für Tag wurde es ein bisschen besser. Ich habe immer mehr behalten und ich begann mich an die Lieder zu wagen und dann an die Texte. Dann die ganze Show vom Anfang bis zum Ende. Und so habe ich es irgendwann verinnerlicht und mich auch gut damit gefühlt. Ich bin so froh, dass ich jetzt hier bin und die Geschichte erneut erzählen darf und die Menschen, die hier herkommen, in einer (für mich) neuen Sprache berühren kann.

Ist das deutsche Publikum anders als das amerikanische?

Ich muss sagen das deutsche Publikum ist deutlich emotionaler! Ich liebe es zu sehen wie die Leute aufpringen und applaudieren und sich an der Musik erfreuen. Man hört die Menschen im Publikum lachen und schniefen, wenn sie weinen. Es ist wirklich cool zu sehen wie die Geschichte hier mitgefühlt wird. Und ich denke auch, dass das etwas damit zu tun wie die Geschichte hier präsentiert wird. Die Art und Weise wie der Saal gestaltet ist – es passiert so viel über den Köpfen des Publikums, man hat das Gefühl ein Teil des Dschungels zu sein. Ich muss wirklich sagen, dass das Publikum hier einfach unfassbar toll und einzigartig ist.

IMG_1275

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *