Tanz der Vampire im Metronom Theater Oberhausen

Im März feierte Tanz der Vampire in Berlin Derniere. Beworben wurde das Ende der Tour mit Sätzen wie „Tanz der Vampire verlässt Deutschland für immer“. Und kaum 7 Monate später lädt Graf von Krolock in Oberhausen wieder zum Ball.  Einige Musicalfans fühlten sich ein bisschen veräppelt. Über 2 Jahre tourte das Kultmusical durch Deutschland, feierte dann eine emotionale Derniere in Berlin und dann ein gutes halbes Jahr stehen die Vampire doch wieder auf einer deutschen Bühne. Dass sich Stage für den Standort Oberhausen nach Bat Out Of Hell etwas einfallen lassen musste, war sicherlich für alle nachvollziehbar. Dass der Einfall jedoch so unkreativ und uninnovativ sein würde, damit hatte man jedoch nicht gerechnet. Aber man darf auch nicht vergessen: Tanz der Vampire war zuletzt vor 10 Jahren in Oberhausen. Für die breite Masse, die wohl nicht wie wir Fans der Tour an die verschiedenen Standorte hinterher gereist ist, ist es wirklich eine schöne Sache, dass dieses Musical wieder dort zu sehen ist.

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Auch ich gehöre zu denjenigen, die den Vampiren hinterher gereist ist. Vor 10 Jahren als die Vampire in Oberhausen waren, habe ich dieses Musical zum ersten Mal gesehen. Und ich muss gestehen, dass es mich überhaupt nicht beeindruckt hat. Der Hype, der dann um die Tour gemacht wurde, gepaart mit meinem Musicalblog, der die Musicalleidenschaft in ganz andere Sphären katapultiert hat, hat mich das Vampir-Fieber dann auch gepackt. Ich war in Berlin, Stuttgart, Köln und wieder Berlin. Und jedes Mal gefiel mir das Musical besser. Ich konnte mehr und mehr den Fanatismus um dieses Kultmusical nachvollziehen. Auch wenn ich noch weit davon entfernt bin im Kostüm oder mit Vampirzähnen ins Theater zu gehen oder mich in eine subjektive und hysterische Grafendiskussion zu stürzen.

Nun sind die Vampire also in Oberhausen. Einige bekannte Namen liest man in der Cast, aber auch einige Neuzugänge, die mich sehr neugierig gemacht haben! Für mich gab es zum Start der Spielzeit direkt die doppelte Dosis Transsilvanien. Ich war zur Medienpremiere und Premiere in Oberhausen und konnte mich direkt zwei Mal von der Cast überzeugen lassen.

Vorne weg möchte ich direkt eines sagen: Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist dass man die Hauptdarsteller alle sehr gut versteht. Das ist ja leider keine Selbstverständlichkeit…

Als Graf von Krolock steht in Oberhausen Filippo Strocchi auf der Bühne. In Wien war er noch (unter anderem) Cover Krolock und in Berlin stand er schon als First Cast Krolock auf der Bühne. TANZ DER VAMPIRENun konnte ich mich in Oberhausen von ihn in seinen Bann ziehen lassen. Aus Fankreisen wusste ich bereits, dass seine Stimme etwas höher ist – mehr Drew, weniger Jan. Mir persönlich hat er als Graf gut gefallen. Seine Stimme ist höher, was ihn mir jünger erscheinen ließ. Er hat mich mit auf seine Reise genommen, sein Zusammenspiel mit Diana Schnierer als Sarah gefiel mir sehr gut. Absolut vom Hocker gehauen hat er mich jedoch nicht. Auch Diana Schnierer spielte die Rolle der Sarah bereits in Wien und Berlin. Mir gefiel ihre Interpretation der Rolle sehr gut. Sie war naiv, neugierig und abenteuerlustig. Auch gesanglich harmonierte sie sehr gut mit Filippo. Raphael Groß teilt seine Vampire-Vergangenheit mit Diana und Filippo. Wer ihn anschaut, muss nicht mehr in Frage stellen, warum er für diese Rolle ausgesucht wurde. Optisch passt er wie Faust aufs Auge und auch gesanglich war er stark. Luc Steegers als Professor hat mich ausnahmslos begeistert! Ich fand ihn an beiden Abenden einfach nur großartig. Und hier zeigt sich, was ein Darsteller aus einer Rolle rausholen kann, wenn er sie öfter (sprich als First Cast) spielt und nicht „nur“ covert. Luc Steegers erlebte ich bereits in Köln als Professor. Zu dieser Zeit war er noch Zweitbesetzung und konnte mich nicht 100%ig überzeugen. Nun als First Cast Professor und macht es nicht nur schauspielerisch, sondern auch gesanglich hervorragend. Und noch etwas muss erwähnt werden: man hört nicht an einer einzigen Stelle, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Chapeau! Tenerani habe ich bereits in Berlin und Stuttgart als ChagalTANZ DER VAMPIREBereits dort gefiel er mir sehr gut. Nun in Oberhausen gefiel er mir sogar noch mal besser – vielleicht weil ich seitdem deutlich schlechtere Chagals erlebt habe oder weil sich die Cast insgesamt als unwahrscheinlich stimmig erwies. Als Rebecca stand Marja Hennicke auf der Bühne. Sie durfte ich bereits als Tracy (Hairspray) im Theater Dortmund erleben. Nun als Rebecca spielt sie eine völlig andere Rolle und macht auch dies sehr gut. Anja Backus steht in Oberhausen als Madga auf der Bühne. Ich war völlig aus dem Häuschen, dass ich nach einigen TdV-Besuchen endlich eine Madga hatte, die ich verstehen konnte (insbesondere im zweiten Akt mit Zähnen).  Doch nicht nur dass, sie singt die schwierigen Parts der Rolle kraftvoll und sicher. Es macht große Freude sie auf der Bühne zu erleben. Als Herbert durfte ich Charles Kreische erleben. Vielen, mit denen ich nach den Shows gesprochen habe, gefiel er unfassbar gut. Mich persönlich konnte er nicht so richtig umhauen. Er hat die Rolle toll gespielt und auch gut gesungen, aber zwischen uns wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Mal schauen, ob sich das vielleicht noch in einem anderen Besuch ändern wird.

TANZ DER VAMPIRE

Gefühlt der 200. Besuch von Tanz der Vampire und der 100. Blogbeitrag und dennoch ist es wieder ganz schön lang geworden. Was hat dieses Musical nur an sich? Wie ihr aber lesen könnt: Auch wenn man es schon zig mal gesehen hat und nur mit den Augen rollen konnte als bekanntgeben wurde, dass die Vampire nach Oberhausen kommen, es lohnt sich halt doch immer. Und ich finde die Spielzeit in Oberhausen hält noch einiges bereit: Jonas Hein als Graf möchte ich mir keineswegs entgehen lassen. Auch Robert Meier fände ich sehr interessant in dieser Rolle zu erleben. Und auch weitere Zweitbesetzungen wie Lukas Witzel sind Gründe nach Oberhausen zu fahren. Hat jemand vielleicht einen Lottoschein für mich…?

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