Tanz der Vampire in Berlin

Am Sonntag war es endlich soweit: Ich war in Berlin um mir Tanz der Vampire anzusehen. Im Gegensatz zu meinem Ausflug zum PressCall vor 2 Wochen, war ich allerdings ein bisschen länger im wilden Osten 😉 Eine liebe und langjährige Freundin von mir lebt zur Zeit in Dresden und ich habe sie über das Wochenende besucht. Als Highlight sind wir dann am Sonntag nach Berlin gefahren und haben uns die Abendvorstellung von Tanz der Vampire angeschaut!

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Bevor es ins Theater ging, haben wir es uns noch mal richtig gut gehen lassen. Die eigentlich 2 stündige Fahrt nach Berlin hat dann doch gute 3 Stunden gedauert, so dass wir a) erst später als geplant und b) total hungrig in Berlin angekommen sind. Nach meiner guten Erfahrung mit dem Schwarzen Cafe vor 2 Wochen, sind wir dort dann noch eingefallen und haben uns durch die Karte geschlemmt.

Danach ging es dann endlich ins Theater. Dass Mark mich mal wieder versetzt, wusste ich ja schon. Und auch, dass Torsten Ankert doch nicht sein 2.Besetzungs-Graf-von-Krolock-Debüt geben wird. Kirill Zolygin sollte an dem Abend auf der Bühne stehen. Meine Recherche im Vorhinein hatte nicht sonderlich viel ergeben. Er ist Russe, hat die Rolle schon in Paris gespielt. Die Youtube-Videos haben mich zu dem Fazit kommen lassen, dass er das gut gemacht hat, Französisch aber weiterhin nicht meine Sprache ist. Und die, die ihn schon in Berlin gesehen hatten, waren bisher recht angetan von ihm. Ich war also gespannt.

Nachdem ich dann im Theater zur Besetzungsliste gestürmt war, konnte ich endlich entspannen: Wir hatten die komplette 1. Besetzung!! Und dann hieß es nur noch: Auf die Plätze, fertig los. Sitzen, entspannen und genießen.

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Und was soll ich sagen: Die Stage hat ihren Job gut gemacht. Die Besetzung ist bis in die kleineren Rollen unglaublich gut. Veronica Appeddu als Sarah hat mich nun vollends überzeugt. Ihren Akzent hat sie in der Zeit vom PressCall bis zu der Vorstellung am Sonntag vollends abgelegt. Vor 2 Wochen war ich noch skeptisch, aber mittlerweile hat sie ein sehr gutes Gefühl für die deutsche (Aus)Sprache entwickelt und spricht nahezu akzentfrei. Ihre Stimme ist kristallklar und sie singt jeden Ton mit absoluter Sicherheit. Auch schauspielerisch konnte sie mich überzeugen.

webimage-47715CA0-41A7-4D23-ACB9D8AE961A0CEAIm Gegensatz zu ihr konnte Tom van der Ven, der den Alfred spielte, seinen Akzent leider nicht völlig ablegen. Optisch, schauspielerisch und auch stimmlich fand ich ihn äußerst passend in der Rolle und er überzeugte jeder Zeit. Nur dass der Akzent doch noch recht präsent war, schmälert den Gesamteindruck von ihm. Meine Freundin Lara sagte im Nachhinein, dass ihr der Alfred nicht so gut gefallen habe. Und im Gespräch zeigte sich, dass es (eigentlich nur) am Akzent lag. Für Musical-Besucher, die nicht zu den Hardcore-Fans zählen und für die so ein Besuch ein eher seltenes Ereignis ist, haben die Akzente mancher Darsteller einen ganz anderen Stellenwert. Es ist das, was sofort (negativ) auffällt. Das soll jetzt keine Wertung sein. Es ist lediglich eine Sache, die mir aufgefallen ist.

webimage-575E020A-CF2B-4EBF-B775BB2523CDEC5FWer ihr und auch mir hingegen sehr gut gefallen hat, war Victor Petersen als Professor Abronsius. Nach den ersten Shows stand er noch ein wenig in der Kritik, aber mir hat er sehr gut gefallen. Er spielt die Rolle mit Witz und bringt die Eigenartigkeit des Professors sympatisch rüber.

 

Heraus gestochen ist für mich auch Nicolas Tenerani als Chagal. Er bewies sein schauspielerisches Talent, überzeugte gesanglich jeder Zeit und hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ebenso wie die mit Merel Zeeman perfekt besetzte Magda. Tot zu sein ist komisch machte sie zu einem absoluten Highlight im Stück.

Milan van Waardenburg als Grafensohn Herbert ist ebenfalls eine Top-Besetzung. Gesanglich war er stark, schauspielerisch auf den Punkt und auch optisch eine hervorragende Besetzung.

webimage-62616301-372A-4D55-A266B56F98885F2AUnd nun zu Kirill Zolygin. Ich war begeistert und bin es noch immer. Wo soll ich anfangen? Stimmlich passt er hervorragend in die Rolle. Er erfüllt genau die Erwartungen, die man an den Grafen hat. Er hat die Tiefe, das Volumen und die Sicherheit. Sein Auftreten war mystisch und grafenhaft. An der Reaktion des Publikums hat man gemerkt, dass er nicht nur Sarah in seinen Bann gezogen hat. Mit der Einladung zum Ball und der unstillbaren Gier hat er mich völlig von sich überzeugt. Er sang mit Emotion und absoluter Sicherheit. Und ich weiß nicht wie: völlig ohne Akzent. Entweder hat er deutsche Wurzeln oder ein unfassbares Sprachentalent. Weder ein Hauch russisch noch ein Hauch französisch (was aus seiner Zeit als Graf in Paris denkbar gewesen wäre) war zu hören.

Die Inszenierung in Berlin ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Die Bühnenbilder haben einen mit in eine andere Welt genommen und verzaubert. Das komplette Ensemble ist in sich stimmig und als Ganzes stark und bis in die kleineren Rollen sehr gut besetzt. Die Kostüme sind beeindruckend und vervollständigen den sehr positiven Gesamteindruck dieser Inszenierung. Dass das Stück funktioniert, die Inszenierung stimmig ist, die Darsteller erstklassig sind und das Theater des Westens einen besonderen Charme versprüht, zeigte sich in den Reaktionen des Publikums. Ich habe ein so waches und begeistertes Publikum schon lange nicht mehr erlebt. Es war eine tolle Stimmung, das Publikum hat sich mitreißen lassen und sich bei den Darstellern mit viel Applaus für diesen wundervollen Abend bedankt.

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