The Book of Mormon im Musical Dome Köln

Dass sich mein Freund mal mehr auf einen Musicalbesuch freuen würde als ich, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Seit Wochen hat er sich schon auf den Besuch des Musicals „The Book of Mormon“ in Köln gefreut. Er hatte sogar bevor ich ihm von dem Musical erzählt, schon davon gehört. Auch dass es diesen einen Musicalpreis so oft gewonnen hat. Und das sei ja von den Machern von South Park. Damit war schon mal klar: The Book of Mormon ist kein „normales“ Musical. Wenn von einem Musical, das bisher im deutschsprachigen Raum noch nicht aufgeführt wurde, bereits junge Menschen gehört haben, die mit Musicals sonst gar nichts am Hut haben, dann läuft da definitiv was ganz anders als sonst!

Aber auch ich habe mich natürlich auf den Musicalabend gefreut. Denn dass The Book of Mormon ein besonderes Musical ist und auch ein besonders erfolgreiches, weiß man natürlich auch als Musicalfan. Es ist auch einfach immer erfrischend komplett neue Stücke zu sehen. Allzu oft kommt man in Deutschland ja nicht in den Genuss…

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Im Musical Dome angekommen bestätigte sich, dass The Book of Mormon anders zu sein scheint. Ließ man seinen Blick durch das Foyer schweifen, sah man nicht (nur) das typische Musicalpublikum. Man sah sehr viele junge Besucher und auch erstaunlich viele Männer.

Weil Vorbereitung ja alles ist, habe ich mir vor Showstart noch schnell die Handlung durchgelesen. Ich hatte doch etwas Respekt davor, dass das Stück auf Englisch sein würde und dazu noch ohne Übertitel. Insbesondere aufgrund der Komik war ich mir nicht sicher, ob ich die (Wort)witze verstehen würde. Wenn man die Story im Vorhinein jedoch einmal kurz überfliegt (allzu komplex ist sie nicht), kann man entspannter die Geschehnisse auf der Bühne verfolgen. Ich war überrascht wie gut ich die Witze und den Humor verstanden habe. Auch meine Mutter, die große Sorge hatte nicht genug verstehen zu können, ging sehr gut unterhalten aus dem Theater und war positiv überrascht, dass sie das meiste verstanden hat.

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The Book of Mormon erzählt die Geschichte zweier Mormonen, die nach ihrer Ausbildung auf Missionarsreise geschickt werden. Elder Price, ein vorzeige Missionar, hofft darauf nach Orlando geschickt zu werden. Er wird jedoch zusammen mit Elder Cunningham, einem dicklichen und nerdigen Mormonen, nach Uganda geschickt. Trotz dieser zwei Rückschläge reist Elder Price mit seinem Teampartner optimistisch nach Afrika. Doch dort trifft er auf große Hindernisse in seiner Missionarsarbeit, die ihn schließlich dazu bewegen Afrika verlassen zu wollen.

The Book of Mormon ist für mich Spamalot 2.0. Sehr schräg, eine ganz bestimmte Art von Humor, teilweise sehr böse, aber im Gesamten sehr gut gemacht. Dazu kommt wirklich tolle Musik, die ins Ohr geht und mir noch Tage danach Ohrwürmer beschert hat. Großartig waren auch die Ensemble-Nummern, die das Herz eines Musicalfans haben höher schlagen lassen. Ich sag nur Stichwort: Stepp-Szene!

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Die Qualität der Produktion, die gerade in Köln zu sehen ist, ist extrem hoch. Die Darsteller sind auf den Punkt, füllen ihre Rollen komplett aus und sind stimmlich stark. Die Bühnenbilder sind abwechslungsreich und die Kostüme werden erstaunlich oft gewechselt.

Wer sich einen Musicalabend komplett auf Englisch also zutraut, auf schräge Sachen steht und einen schwarzen Humor hat, sollte sich dieses Musical nicht entgehen lassen. Mein Freund zog nach der Show das Fazit, dass dies nun sein neues Lieblingsmusical sei. Zuvor war es Spamalot gewesen…Und auch ich habe sehr begeistert das Theater verlassen. Das Gesamtpaket stimmt hier einfach: tolle Stimmen, super Musik, abwechslungsreiche Bilder, eine sehr unterhaltsame Story und als Sahnehäupchen noch die besondere Komik.

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