Uwe Kröger und Pia Douwes – Das Traumpaar des Musicals 2018 im Colosseum Theater in Essen

Pia Douwes und Uwe Kröger sind die ersten Musicalstars des deutschsprachigen Raumes und haben das deutsche Musical stark geprägt. Gemeinsam mit dem Musical „Elisabeth“ haben sie sich in die Herzen der Menschen gespielt und ihren Weg für eine erfolgreiche Karriere geebnet. Beide spielten Rollen, von denen manch junger Darsteller froh wäre zumindest eine verkörpern zu dürfen. Was ich besonders faszinierend finde ist, dass sie die Menschen über Generationen hinweg begeistern.

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Würde man mich und meine Mutter fragen, was wir so an Musik hören, wenn mal keine Musical-CD eingelegt wird, würde dabei herauskommen, dass wir zwar die gleiche Musikrichtung mögen, aber völlig andere Lieblingsinterpreten haben. Halt die Sänger unserer Generation. Aber bei Pia und Uwe ist es anders – von ihnen sind wir gleichermaßen fasziniert und besuchten schon zahlreiche Konzerte und Musicals mit ihnen.

25 Jahre ist die Uraufführung von Elisabeth nun her. Seit etwas mehr als 25 Jahren sind Pia und Uwe als Musicaldarsteller auf den Bühnen der Welt unterwegs und gleichzeitig schrieben sie die ganz eigene Geschichte ihrer Freundschaft. Mit der aktuellen Tour, möchten sie dies feiern und nehmen ihre Fans mit auf eine nostalgische Reise.

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Das Konzert wurde thematisch in zwei Teile geteilt. Der erste Akt wird komplett Elisabeth gewidmet. Wenn man bedenkt welche grandiosen Rollen die beiden neben Elisabeth und dem Tod gespielt haben, könnte man meinen diesem Musical einen ganzen Akt zu widmen sei etwas übertrieben. Aber es passt zu diesem Abend und verdeutlicht ein weiteres Mal welche wichtige Rolle dieses Stück im Leben der beiden gespielt hat und vermutlich immer noch spielt. In diesem Elisabeth-Akt wird man als Zuschauer in die Vergangenheit entführt. Mit einigen eingespielten Ausschnitten der Premiere 1992, Interviews und Statements, bekommt man ein Gespür für die Stimmung, die damals geherrscht hat.

Im zweiten Akt hat mir dann jedoch ein Konzept gefehlt. Fast schon wahllos wirkte die Songauswahl und Reihenfolge. Sicherlich – der rote Faden war, dass die beiden die jeweiligen Rollen gespielt haben bzw. gerade spielen. Aber es war weder chronologisch noch gab es einen inhaltlichen Zusammenhang. Pia und Uwe schlüpften in Rollen wie Diana Goodman, Sally Bowles und Mrs. Danvers sowie Edna Turnblad, Gomez Addams oder auch das Phantom der Oper.

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Dieser Abend zeigte jedoch nicht nur die großartige Karriere, die die beiden in den letzten 25 Jahren durch- und erleben dürften, sondern zeigte auch das Hier und Jetzt. Wer den Weg von Uwe Kröger auch in den letzten Jahren verfolgt hat weiß, dass er nicht mehr so stimmgewaltig ist wie er es zu seinen besten Zeiten war. Seine Stimme ist doch stark gekennzeichnet von seiner Gesangstechnik und seinem aktuellen hohen Arbeitspensum. Besonders im zweiten Akt bangte man um das Treffen der Töne und konnte sich nicht mehr der nostalgischen Stimmung hingeben. Pia hingegen zeigte, dass sie auch nach 25 Jahre noch eine fantastische Stimme hat und zog mich wie immer in ihren Bann.

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Insgesamt hinterließ der Abend bei mir ein gemischtes Gefühl. Ich hätte mir den Abend stilvoller gewünscht. Eine galamäßige Würdigung dessen, was Pia und Uwe in ihren Rollen in den vielen Jahren geschaffen und dem Publikum dadurch gegeben haben. Stattdessen wurde mit alten Kostümen versucht die Zeit zurückzudrehen. Sicherlich hat Pia noch die Figur für ihr kurzes schwarzes Kleid für ihren „All that jazz„-Auftritt und es freut mich für Uwe, dass ihm noch seine Tod-Mäntel passen – aber die beiden müssen doch niemandem mehr etwas beweisen! Weder sich selber noch uns – denn dank ihnen tragen wir so viele wunderbare Erinnerungen in uns,  an die wir uns so gern mit einem Lächeln auf dem Gesicht erinnern und für die wir ihnen dankbar sind.

 

Ein Gedanke zu “Uwe Kröger und Pia Douwes – Das Traumpaar des Musicals 2018 im Colosseum Theater in Essen

  1. Anja schreibt:

    „dank ihnen tragen wir so viele wunderbare Erinnerungen in uns, an die wir uns so gern mit einem Lächeln auf dem Gesicht erinnern und für die wir ihnen dankbar sind.“

    Danke für diesen wunderbaren Satz, liebe Miriam.
    Während der Show habe ich so oft gedacht, wie sehr die beiden meinen Lebenslauf beeinflusst haben, wie sehr mich damals Elisabeth fasziniert hat. Ohne wäre ich sicher nicht so sehr Musicalfan geworden, wie ich es bin. Ich hätte meine Freizeit anders verlebt und nicht die Menschen kennengelernt, die mir zu lieben Freunden wurden. Orte wie Amstetten oder Tecklenburg wären weiße Flecken auf meiner Landkarte und ich wüsste nicht viel über das Leben von Mozart, Marie Antoinette und Rudolf von Habsburg. Ich hätte keine Ahnung, was das Wort Bui-Doi bedeutet und fände Orchideen nicht bedrohlich :-)

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