XIX. Sommernacht des Musicals in Dinslaken

Die Sommernacht des Musicals gehört wohl zu den beliebtesten und besten Musicalkonzert-Formaten, die Deutschland so zu bieten hat. Seit 19 Jahren kommen namenhafte Darsteller aus der Musicalwelt auf die Bühne des Burgtheaters und verzaubern ihr Publikum. Die Karten für diese Gala-Abende sind in den vergangenen, wie auch in diesem Jahr, immer früh ausverkauft gewesen. Erstklassige Darsteller, ein volles „Haus“ und mit etwas Glück noch Sommerfeeling unter freiem Himmel. Was könnte einem perfekten Konzertabend da noch im Wege stehen?

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Auch mich hat es schon das ein oder andere mal nach Dinslaken verschlagen. Denn die Sommernacht des Musicals ist einfach eines der Musical-Jahreshighlights! Und so sollte sie auch dieses Jahr nicht auf meiner Liste fehlen.

Die Liste der auftretenden Künstler las sich mal wieder wie ein Gedicht: Für die 19. Sommernacht konnten Mercedesz Csampai, Patrick Stanke, Philipp Büttner, Sabrina Weckerlin,  Serkan Kaya und Zodwa Selele gewonnen werden. Gleich zwei der Darsteller – Mercedesz Csampai und Philipp Büttner – feierten ihr Sommernachts-Debüt. Philipp Büttner hatte mich ja in Goethe schon total überzeugt und ich war gespannt, ob er mich auch auf an diesem Abend wieder begeistern würde.

DSC01665Da ich nach meiner letzten Sommernacht nicht sehr angetan von Patricks Moderation war, habe ich mich sehr gefreut, dass Serkan Kaya die Moderation übernommen hatte. Er hat ein wahnsinniges Moderationstalent und ein super Gespür für sein Publikum, sowie Witz und Ernst an den richtigen Stellen. Ohne ein Vorwort teilte er das Publikum in drei Blöcke und ließ jeden Block einen anderen Ton singen. Serkan löste die Situation dann auf und erklärte, dass wir gerade „A“ „F“ „D“ gesungen hatten. Kurz dachte ich mir: ,,Hui, jetzt wird’s hier auch noch politisch?“ Aber in seiner darauf folgenden Moderation fand vor allem Witz und Charme statt. Warum ein Türke wie er Udo Lindenberg spiele und ein „Arier“ wie Philipp Büttner Aladdin, sei ihm ein Rätsel. Und so erzählte er, machte Witze und landete beim Thema „Hardcore“. Ich kann das gar nicht so wiedergeben…vielleicht hat es ja jemand gefilmt? (Link gerne mal in den Kommentaren posten 😀 ). Es war zum kaputt Lachen. Inhaltlich ging es darum, dass wir Musicalmenschen (sei es Fan oder Darsteller) bei einer Zombie-Apokalypse aber ganz weit unten in der Nahrungskette stehen würden. Es wurde über Blitze pupsende Katzen gesprochen, über das Phantom und Graf Krolock, die gegen Zombies auch nicht viel ausrichten könnten…man muss es sich einfach anschauen. Nacherzählen funktioniert nicht.

Nach diesem Einstieg war es aber erstmal an der Zeit für Musik. Ich fand die Musikauswahl dieses Jahr sehr gelungen. Es waren nur junge Darsteller da und es wurden viele Lieder aus neuen, frischen Musicals wie Wonderland, Ghost und American Idiot gesungen. Aber auch Klassiker wie Tanz der Vampire und Das Phantom der Oper fanden ihren Platz, genauso wie einige Disney-Songs.

DSC01591Wenn ich jetzt anfange Euch von meinen Highlights zu berichten, erzähle ich Euch wahrscheinlich über fast jeden Song. Deswegen versuche ich mich auf meine Highlights-Highlights zu beschränken. (Wie immer) War ich begeistert von Sabrina. Finding Wonderlands und auch Let it Go waren grandios und Momente, die unter die Haut gingen. Und auch Philipp Büttner hat mich wieder absolut weg gehauen. Bei seinem ersten Auftritt sang er Go the Distance aus Herkules und eroberte die Herzen des Publikums im Sturm. Disney scheint ihm sehr sehr gut zu liegen (Vielleicht auch ein Tarzan-Kandidat? 😉 ). Im Duett mit Sabrina sang er noch With You aus Ghost. Ich hoffe, dass jemand vom Theater des Westens da war – wenn das keine Traumbesetzung für Berlin wäre 😉

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Mercedesz Csampai hatte es nicht ganz leicht an diesem Abend. Ihr fehlte einfach der passende männliche Gegenpart. Bei der totalen Finsternis musste Patrick als Graf DSC01708herhalten und beim Phantom schlossen sich die drei Männer als Gegenpart zusammen. Sowohl Patrick alleine, als auch die drei Männer im Bunde wurden von ihr nahezu an die Wand gesungen. Sie war wahnsinnig stimmsicher und -gewaltig und hat ein wunderbares Sommernachts-Debüt gegeben. Gemeinsam mit Philipp sang sie am späteren Abend noch The Beauty and the Beast…so schön <3

Mein persönliches Fun-Highlight war die Musical-Boyband 2.0. Nachdem alle Damen ihre ersten Auftritte absolviert hatten, schlossen sich Philipp, Serkan und Patrick zu einer Boyband zusammen. Gekleidet im 90er-Jahre-Dress legten sie eine 1A-Boyband-Performance zu Step by Step auf die Bühne. Inklusive Tanzsoli mit HipHop- und Break-Dance-Elementen. Auch hier sollte man sich unbedingt mal das Video anschauen 😉

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Als es langsam aber sicher dunkel wurde, wurde es auch noch mal sexy. Bei ihrem Auftritt zu Rolling on the River schwang Zodwa ihre Hüften und zeigte ihr Temperament. Sie animierte das Publikum zum Mitsingen und zeigte einem Herrn aus dem Publikum, dass auch er Hüften hat, die man schwingen kann.

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Es war wirklich mal wieder ein wunderbarer Konzertabend. Zum Ende seiner Moderation schaffte Serkan einen schönen thematische Bogen zum Anfang seiner Moderation und gratulierte uns dafür, dass wir uns für dieses Konzert und damit für Musik, Kultur und Kunst entschieden haben. Denn dies sei auch eine Entscheidung und ein Statement für Vielfalt.

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Nächstes Jahr wird in Dinslaken 20-jähriges Jubiliäum gefeiert und wir können gespannt sein, was sich die Veranstalter hierfür einfallen lassen. Der Termin steht bereits fest (28.Juli 2018) und der Kartenvorverkauf hat auch schon begonnen.

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