Alles hat einen Anfang…

Alles hat einen Anfang…Die Schulzeit beginnt mit der Einschulung, Freundschaften mit der ersten Begegnung und manche Partnerschaften beginnen mit dem berühmt berüchtigten 1.Blick. Und auch die Musicalleidenschaft hat doch bei uns allen ihren Anfangspunkt gehabt. Ein paar andere Musicalfans und ich haben mal an diesen Zeitpunkt zurückgedacht…

Unbenannt

Bei mir war eigentlich schon alles vorbestimmt. Meine musicalbegeisterte Patentante hatte bereits mit meiner Mutter eine Verbündete gefunden und nun war ich unterwegs. 1992 auf die CATS_MiniclubWelt gekommen und eigentlich weiß niemand, warum ich nicht Elisabeth heiße. 2001 ging es dann nach Fuerteventura in den Sommerurlaub. Ich war natürlich jeden Tag im Mini-Club…ich dürfte basteln, abends war Mini-Disco…ein Traum <3 Und dann sollte der Mini-Club CATS aufführen. Natürlich war ich dabei. Mein Hauptauftritt bestand darin auf einem Tisch zu sitzen, während andere Katzenkinder um mich herumtanzten. Allerdings hatte ich die äußerst schwere Aufgabe meinen Mund zur Musik bzw. annähernd passend zum Text zu bewegen. Mir wurde der Tipp gegeben einfach die ganze Zeit „Marmelade“ zu sagen. Ansonsten bin ich mit den anderen Katzenkindern über die Bühne gehüpft. Das Highlight war aber ja eh Kostüm und Schminke – wie man eindeutig auf dem Bild erkennen kann.

Dieses Erlebnis war so einprägsam, dass ich danach völlig vernarrt in CATS war. Von meiner Patentante wurde ich dann natürlich mit CD und VHS-Kassette ausgestattet. Auf meinen darauffolgenden Geburtstag bekam ich dann eine kleine Plastiklokomotive geschenkt. Das Geschenk von meiner Patentante war ein gemeinsame Besuch von Starlight Express! Toll…ich wollte doch CATS sehen…Nach einer kurzen ersten Enttäuschung war ich dann aber doch auf das rasanteste Musical der Welt gespannt. Und wie sollte es anders sein: Starlight Express war grandios. CD gekauft, Programmheft, T-Shirt, Poster, Tasse…alles was man mit 9 Jahren so vom Merchandise-Stand braucht. Im darauffolgenden Jahr ging es dann doch noch in CATS. Dafür sind wir extra nach Berlin gefahren. Und so war es dann um mich geschehen. Die ersten Musicals gesehen. Die erste Musicalreise mit 10 Jahren erlebt. Und wenn es doch so gut angefangen hat, warum dann damit aufhören…?

Auch bei meiner Mama hatte die Musicalleidenschaft ihren Anfang. Ende der 70er Jahre fuhr sie mit der Schule nach London auf Abschlussfahrt. Sehr zum Bedauern meiner Mutter wurde kein Cliff Richards Konzert besucht, sondern das Musical Jesus Christ Superstar. Dennoch fand sie das Stück super! ,,Danach hat es noch ein paar Jahre gedauert. Die Musical Szene in Deutschland war nicht vorhanden.“ Nachdem dann die ersten großen Musicals ihren Weg nach Deutschland gefunden hatten, nahm die wachsende Leidenschaft für das Genre Musical ihren Lauf. CATS undStarlight Express waren die ersten Musicals, die sie auf deutschem Boden gesehen hat und danach kamen noch viele weiter hinzu. ,,Und irgendwann hat die Musical Leidenschaft mich dann gepackt. Mittlerweile bin ich süchtig und werde nervös, wenn ich nicht schon die Karten für den nächsten Musical Besuch im Schrank habe.“ 😉

Stutt 651

Meine Mama, ich und meine Patentante in Stuttgart nach unserem Wicked-Besuch!

Meine Patentante Anja hatte bereits seit ihrer Kindheit ein Interesse an Theater, Operette und diesem neu aufkommenden Musical. Als Anfang der 80er auf einmal Ute Lemper als erste deutsche Musicaldarstellerin in Fernsehen auftauchte und die erste deutschsprachige Produktion von CATS in Wien promotete, wusste meine Patentante wohin die nächste Reise gehen sollte. ,,Ich wollte die tanzenden Katzen sehen und meine Mutter wollte einmal nach Wien. Also buchten wir 1986 eine Busreise incl. Theaterkarten.“ Leider hatten die beiden keine Top-Plätze. Anja sogar einen Platz mit Sichteinschränkung… ,,Um besser sehen zu können habe ich tatsächlich die ganze Show über gestanden – auf sehr hohen Schuhen und an eine Säule gelehnt. Und ich habe nicht gemerkt, dass mir die Zehen weh taten, denn ich war so fasziniert, dass ich alles um mich herum vergessen habe! Rückblickend war das der Moment, in dem ich mich unsterblich in das Genre Musical verliebt habe.“ Auf der Busreise zurück in die Heimat erfuhren die beiden, dass CATS nach Hamburg kommen sollte. Daraufhin folgten mehr als nur eine Reise in die heutige Musicalhauptstadt. Doch das deutsche Musical kam jetzt erst in Fahrt. In Bochum wurde eine Halle für Starlight Express gebaut, es entstanden Musicalsclubs und Anja war mittendrin dabei! ,,Am 1.4.1989 sah ich in Starlight Express das erste Mal Uwe Kröger und traute mich nach einem Autogramm zu fragen. Es entstand ein kurzer Briefwechsel und diese Briefe hebe ich bis heute auf.“ Es folgten weitere Musicals wie Das Phantom der Oper und Elisabeth,,Mit Else trat auch Pia Douwes in meinen Fokus und mit ihr die Gier, immer mehr Musicals sehen zu wollen.Und ich hoffe, sie hört nie auf – DIE UNSTILLBARE GIER!“

Bei Cara waren die Weichen nicht so klar vorgestellt wie bei mir. 13588734_1073521506067900_586709348_oKeine musicalverrückten Verwandten in der Familie. Und weil sie in einem kleineren Dorf aufgewachsen ist auch kein Musical in der Nähe.  Also musste die Schule nachhelfen. Bei einem Schulausflug nach London stand der Besuch des Musicals „Billy Elliot“ auf dem Programm. Für einen Großteil der Mitschüler kein Grund zur Freude. Aber Cara war ganz aufgeregt. ,,Ich hatte den Film vorher schon gesehen und mich total über das Musical informiert und war im Gegensatz zu den meisten meiner Mitschülern mega begeistert über den Musicalbesuch.“ Und nach dem ersten Mal abtauchen in die Welt des Theaters und Musicals war für sie klar, dass sie dort mit den anderen Darstellern auf der Bühne stehen möchte.  ,,Ich war danach erstmal eine halbe Stunde nicht ansprechbar weil mich das auf der Bühne so fasziniert hat.“

Sabrina wurde wie ich ein bisschen in Richtung Musicals geschuppst. 1993 besuchten ihre Eltern das Musical Elisabeth. Die CD lief daraufhin zu Hause rauf und runter. ,,Beim Barbie spielen hörte ich es immer!“ Ein paar Jahre vergingen und Sabrina hatte die Chance sich Elisabeth anzusehen und sie war sofort hin und weg. Seit diesem Tag hat sie rund 200 Musicalshows gesehen. ,,Die vielen Reisen, tolle Darsteller und unvergessene Momente gehören einfach zu meinem Leben seit diesem Tag!“

Juliane verbindet mit Musicals noch viel mehr als tolle Shows mit tollen Darstellern. Bei ihr hängt ein Teil Familiengeschichte an ihrer Leidenschaft für dieses Genre. Sie fuhr in ihrer Kindheit regelmäßig mit ihren Großeltern nach Hopfen am See. Nachdem sie das erste Mal Neuschwanstein besuchte, packe sie das Ludwig2-Fieber. ,,Meine Großmutter erzählte mir viele Geschichten und das Ehepaar, dem der Campinplatz gehörte auf dem wir Urlaub machten, dürfte ich regelmäßig mit Fragen zum Kini löchern.“ 2002 ging es wieder in den gemeinsamen Urlaub und Juliane hörte, dass im nah gelegenen Füssen das Musical Ludwig2 aufgeführt wird. Nun konnte sie nichts mehr aufhalten! Direkt am 2. Abend besuchte sie das Stück gemeinsam mit ihrer Großmutter.  Und da packte sie das Musicalfieber! ,,Ich hatte meine Musikrichtung gefunden, der mein Herz gehören würde.“ Die darauffolgenden Jahre fielen die Urlaube mit ihren Großeltern aus. Ihre Großmutter war erkrankt. 2005 fuhren Juliane und ihr Großvater nur noch im Herzen mit ihrer Großmutter nach Hopfen am See. In diesem Jahr stand eine neue Inszenierung von Ludwig2 auf dem Programm in Füssen. ,,Dieses Musical war in meinen Augen perfekt. Es packte mich von erstem bis zum letzten Ton, schickte mich durch ein Gefühlschaos das ich noch nie erlebt hatte vorher.“

Die Erzählungen über den Beginn der Musicalleidenschaft sind so verschieden und abwechslungsreich wie das Musical selber. Für jeden gab es diesen einen Moment, der alles verändert hat und doch hat jeder seine ganz eigenen Verbindungen und Erinnerungen damit wie alles begann. Vielen Dank, dass Ihr Eure Geschichten eingesendet und mit mir geteilt habt. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht alles zu lesen und dann in diesem Blogbeitrag zusammenzufügen 🙂

 

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