Öffentliche Probe von Sunset Boulevard in Dortmund

Am Donnerstag habe ich die öffentliche Probe von Sunset Boulevard in Dortmund besucht. Für mich war es das erste Mal, dass ich eine Probe besucht habe und dementsprechend gespannt war ich wie das ganze so ablaufen wird und darauf was mich dort erwartet.

Die Veranstaltung begann um 18.30Uhr. Und diese Tatsache hätte fast dafür gesorgt, dass die Probe doch ohne mich stattfindet. Zur Top-Berufsverkehrzeit von Düsseldorf nach Dortmund zu fahren ist absolut kein Vergnügen. 2 Stunden anstatt einer knappen Stunde haben wir gebraucht und so waren wir dann trotz reichlich eingeplantem Puffer auf den Punkt um 18.30Uhr am Theater…

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Begonnen hat die Veranstaltung mit einer kleinen Einführung. Es wurde etwas über die Hintergründe des Sunset Boulevards erzählt, man hat erfahren zu welcher Zeit die Geschichte spielt und dazu noch einige Hintergründe. Auch auf die Inhalte des Stück wurde eingegangen, jedoch ohne zu viel zu verraten. Zum Schluss wurden noch die Darsteller vorgestellt. Mit Pia img_20160929_183628729Douwes, Wietske van Tongeren und Oliver Arno hat sich das Theater natürlich Top-Musical-Stars ins Haus geholt. Aber auch am Ensemble wurde nicht gespart. Zum Thema „Nicht Sparen“ muss natürlich noch erwähnt werden, dass in Dortmund die symphonic version gespielt werden wird. Es blieb an dieser Stelle nicht unerwähnt, dass in den kommerziellen Musicalhäusern gerne am Orchester gespart wird. In Dortmund wird nun eine Fassung gespielt, die für ein großes Orchester bestimmt ist. Und ich freue mich jetzt schon auf den satten, vielseitigen und nicht-künstlich-hergestellten Sound aus dem Orchestergraben, wenn ich mir das Stück anschauen werde! Die Probe fand allerdings ohne das Orchester statt. Eine Pianistin übernahm die musikalische Begleitung.

Nach der kleinen Einführung durften wir in den Theatersaal. Alles war hell erleuchtet. Die Darsteller wuselten auf der Bühne rum. Requisiten wurden verschoben und alles für den Beginn des 2. Aktes vorbereitet. Als alles an Ort und Stelle war, wurden wir vom Regisseur begrüßt. Fotos durften wir nicht machen. Es war schließlich eine Probe – die Darsteller hatten Probenkostüme an, waren nicht gestylt und sollten in Ruhe arbeiten können ohne darauf achten zu müssen wie sie gerade aussehen. Der Regisseur nahm seinen Platz ein und es konnte losgehen.

Schon allein die Atmosphäre war eine völlig andere. Das Licht im Saal wurde nur leicht gedimmt, die Bühne war hell erleuchtet. Überall wuselte immer mal wieder jemand rum. Nun ging der Vorhang zu und der 2. Akt sollte beginnen. Der Vorhang hatte sich kaum um ein Drittel geöffnet, da unterbach der Regisseur mit den Worten:,,Übst du noch oder ist das schon der Anfang?“ Als Laie fragte ich mich, was es denn jetzt schon zu bemängeln gab – es war ja noch gar nichts passiert! Aber der Vorhang hatte sich zu spät geöffnet. Er sollte sich mit dem ersten gespielten Ton in Bewegung setzten. 3 Ansätze hat es gebraucht bis es funktionierte und Oliver Arno seinen Auftritt mit dem Titelsong  „Sunset Boulevard“ hatte. Diesen dürfte er aber auch nicht zu Ende singen. Die Art und Weise wie die Badehose und das Handtuch geworfen wurden, wurde vom Regisseur korrigiert. Und noch mal von vorne!

Unterbrechungen gab es dann immer wieder. Kleinigkeiten, Details wurden korrigiert und optimiert. Sei es die Art und Weise wie einer der Darsteller spielte, Auf- und Abgänge, Wege, die richtige Satzstellung und Betonung von Wörtern oder die Interaktion mit Requisiten. Kein Detail wurde übersehen und vor allem wurde nicht darüber weggesehen.

Was mich wirklich beeindruckt hat waren die Darsteller. Andeuten von Wegen oder Bewegungen oder ansingen von Noten gab es da nicht. Die Darsteller haben auf den Punkt gespielt. Egal, ob es der erste Durchgang war oder sie die Szene zum dritten Mal wiederholten. Absolute Professionalität!

Nach einer guten Stunde war für uns die Probe beendet. Die Darsteller bekamen eine Pause, nach der es mit Feedback und dem weiter Verlauf des Stückes weitergehen sollte. Geschätzt würde ich sagen, dass in dieser Stunde etwa 20 Minuten des Stücks gespielt wurden.

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Der Besuch dieser Probe hat mir tolle und interessante neue Einblicke in die Musicalwelt beschert. In dieser Stunde konnte man sich einen guten Eindruck davon machen wie viel Arbeit in so einem Stück steckt. Als Zuschauer meint man anhand von Kostümen, Requisiten und Bühnenbildern den Aufwand erahnen zu können. Diese Probe hat mir jedoch gezeigt, dass unglaublich viel Arbeit in den Proben steckt. Dort fließt alles zusammen und muss perfekt(!) aufeinander abgestimmt werden. Ich kann jedem nur empfehlen, wenn sich die Chance für einen Besuch einer öffentlichen Probe bietet, diese auch zu nutzen.

Jetzt freue ich mich auf meinen Besuch von Sunset Boulevard im November! Ich bin wahnsinnig gespannt das fertige Stück mit Kostümen und Orchester und allen Requisiten und einer ausgeleuchteten Bühne in einem dunklem Theatersaal zu sehen 🙂

Foto: Björn Hickman

Foto: Björn Hickman

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